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Zahnpflege? Natürlich! Was sonst?

Zahnpflege? Natürlich! Was sonst?

Für ein strahlendes Lächeln braucht man gesunde Zähne. Wir zeigen Euch, was es außer dem regelmäßigen Putzen an natürlicher Zahnpflege zu beachten gilt.

Geht Ihr gerne zum Zahnarzt? Wir vermuten mal, ein Großteil von Euch wird – ohne lange zu überlegen – spontan den Kopf schütteln. Irgendwie hat so ein Besuch beim Zahnarzt doch immer etwas Bedrohliches. Er wird mit Angst, Schmerz und scheinbar unendlich langen Minuten auf einem unbequemen Zahnarztstuhl in Verbindung gebracht. Selbst bei den ganz normalen regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird man von unangenehmen Gefühlen begleitet und unsere innere Stimme wiederholt immer wieder: „Hoffentlich findet er nichts.“

Dabei gibt es eigentlich nur drei Regeln zu beachten, will man beim nächsten Weg zum Zahnarzt nicht von schmerzvollen Hiobsbotschaften überrascht werden. Regeln, die jedes Kind gelernt hat, und die grundsätzlich erst einmal für Veganer genauso Gültigkeit haben wie für Mischköstler. Erstens: Regelmäßig Zähne putzen. Zweitens: Nicht zu viele Süßigkeiten essen. Und drittens: Auf eine gesunde Mund- und Zahnpflege achten.

Zum Thema Zähneputzen haben wir in diesem Blog bereits einen Extra-Artikel für Euch veröffentlicht, der sich ausführlich mit veganen Zahncremes und Zahngels auseinandersetzt. Hier findet Ihr auch eine vegane Zahnpasta-Liste mit Produkten, bei denen keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs verwendet wurden und bei denen man auch sicher sein kann, dass sie nicht in Tierversuchen getestet wurden. Auch auf das Thema gesunde vegane Ernährung und den vernünftigen Umgang mit Süßspeisen sind wir in mehreren Artikeln bereits eingegangen.

Bleibt für heute Punkt drei, den wir näher beleuchten wollen: natürliche Zahnpflege. Worauf solltet Ihr als Veganer besonders achten? Was ist überhaupt natürliche Zahnpflege? Und wie lässt sich die natürliche Mundhygiene durch vegane Ernährung sinnvoll unterstützen. Wir haben für Euch ein paar einfache aber trotzdem effektive Tipps zusammengetragen, die Euch nicht nur ein strahlendes Lächeln ins Gesicht zaubern, sondern zukünftig auch den Zahnarztbesuch erleichtern sollen.

Gesundes für die Zähne

Also, was kann man tun, um Zähne und Zahnfleisch wirklich frei von gefährlichen Bakterien zu halten? Schließlich sind sie verantwortlich für die Entstehung von Karies, Parodontitis und Parodontose – und somit auch im schlimmsten Fall für den Zahnverlust.

Dass Bonbons, Schokolade und Süßgetränke die Zähne kaputtmachen, ist schon mal klar. Das grundsätzliche Prinzip dahinter: Zucker fördert Bakterien. Bakterien erzeugen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Zahn- und Zahnfleischerkrankungen führen zu Zahnschmerz und Zahnausfall.

Aber gibt es eventuell auch Lebensmittel, die genau das Gegenteil bewirken, sich also positiv auf unsere Zahngesundheit auswirken und vielleicht sogar Karies vorbeugen? Ja, die gibt es. Und das Beste daran: Sie sind klassisch vegan. Hartes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Mineralwasser sind nicht nur die Basisernährung einer veganen Lebensweise, sie sind auch ausgesprochen gut für den Erhalt unserer Zähne.

Wer kaut, ist klar im Vorteil

Der Grund dafür ist dreierlei. Zum einen ist viel Kauen einfach schon mal gut für die Zähne. Und auf einer Karotte kann man schon mal ganz schön lange herumkauen. Ebenso wie auf Paprika oder Kohlrabi. Zum anderen wird durch diese „harten“ Gemüsesorten das Zahnfleisch massiert. Was aber zweitens vor allem wichtig ist: das Kauen regt den Speichelfluss an, wodurch die Zähne einfach auf ganz natürliche Art gereinigt werden. Zum Dritten werden durch den Speichel zudem schädliche Säuren neutralisiert.

Das gilt natürlich nicht nur für Karotten, Paprika oder Kohlrabi. Auch und gerade Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen sowie Vollkornprodukte aller Art müssen bekanntlich kräftig gekaut werden. Zudem sind sie auch noch reich an Kalzium und Fluorid. Kalzium ist einerseits bekannt dafür, dass es die Zähne stärkt und essenziell für einen gesunden Knochen- und Zahnaufbau ist. Zudem remineralisiert Kalzium den Zahnschmelz, das bedeutet, dass bereits aus dem Zahnschmelz herausgelöste Mineralien wieder eingebaut werden. Auch Fluorid fördert die Remineralisierung, senkt so das Kariesrisiko und stört zudem den Stoffwechsel der zahnschädigenden Bakterien in unserem Mund.

Deshalb ist auch kalziumreiches Mineralwasser gut für die Zähne. Wenn es zusätzlich Fluorid enthält – umso besser! Da sich Fluorid beim Trinken wie ein Schutzfilm auf die Zähne legt und damit Säureangriffe verhindert, also auch gut gegen Karies ist.

Drei effektive Tipps für eine natürliche Zahnpflege

Richtige Ernährung ist also schon mal gut für die Mundflora. Wie sieht es nun mit alternativen veganen Zahnpflegeprodukten aus, die das tägliche Zähneputzen zusätzlich unterstützen und effektiv gegen Karies helfen? Wir haben 3 einfach umzusetzende Tipps für Euch gesammelt, die eine natürliche Mundhygiene ermöglichen und Eure Beißerchen resistent gegen Bakterienangriffe machen!

Tipp 1: Natürliche Regeneration der Zähne mit Xylit

Klingt erst mal wie ein Widerspruch zu dem oben Gesagten. Aber mit Xylit könnt Ihr mit Süßem Eure Zähne stärken und regenerieren. Denn das Tolle daran: Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der Karies verhindert. Es schmeckt also tatsächlich erstmal süß, verhindert aber das Wachstum von Bakterien. Darüber hinaus fördert Xylitol die Remineralisierung der Zähne.

Nach jedem Essen könnt Ihr zum Beispiel Euren Mund mit einer Xylitlösung gründlich ausspülen. Dazu einfach Xylitol, welches es in jedem guten Drogeriemarkt zu kaufen gibt, in Wasser auflösen. Die Lösung wird anschließend ausgespuckt. Zudem gibt es zahlreiche xylithaltige Zahnpasten in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Auch Kaugummis mit Xylit oder Zahnpflege-Bonbons sind bei Groß und Klein äußerst beliebt!

Tipp 2: Ölziehen

Ölziehen gilt als eine äußerst wirkungsvolle Methode, um die Zähne und das Zahnfleisch zu stärken. Man kann dafür biologisches Sesamöl oder biologisches Sonnenblumenöl verwenden. Als wahres Wundermittel unter den Ölen gilt allerdings Kokosöl. Die darin enthaltene Laurinsäure ist ein wahrer Bakterienkiller. Nicht nur kariesauslösende Bakterien auch entzündungsauslösende Bakterien werden vom Kokosöl wirksam bekämpft.

Ölziehen geht ganz einfach: Vor dem gewohnten Zähneputzen einen Teelöffel Kokosöl, Sesam- oder Sonnenblumenöl für 10–15 min im Mund hin- und her spülen und auch durch die Zahnzwischenräume ziehen. Danach den Mund mehrmals mit warmem Wasser ausspülen. Und schon ist den lästigen Bakterien der Garaus gemacht.

Tipp 3: Zahnpflegemittel selbst herstellen

Wer als Veganer auf Nummer sicher gehen will und den Zeitaufwand nicht scheut, dem empfehlen wir, die Zahncreme einfach selbst herzustellen. Dazu gibt es die unterschiedlichsten Rezepturen für selbstgemachte und gleichzeitig antibakteriell wirkende Zahncremes. Ob die eher bittere Variante aus Niebaumblättern oder Neebaumöl, aus Kokosöl, Zitronengras, Zimt, Nelken oder Palmöl – allesamt können sie es locker mit der Zahnpasta aus dem Supermarkt aufnehmen. Denn diese natürlichen Mittel sind seit alters her für ihre antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung bekannt.

Exemplarisch wollen wir Euch die wohlschmeckende Pfefferminz-Rezeptur mit auf den Weg geben. Denn die Pfefferminze ist nicht nur wegen ihres angenehmen Geschmacks und Geruchs beliebt, sie wirkt auch nachweislich entzündungshemmend, stimulierend und antibakteriell.

Besorgt Euch dafür einfach eine ausreichende Menge Pfefferminzblätter und zermahlt sie so lange, dass sie ca. eine halbe Kaffeetasse füllen. Jetzt gebt Ihr die gleiche Menge fein vermahlenes Kristallsalz dazu. Anschließend tropft Ihr noch 10 Tropfen eines biologisch-ätherischen Pfefferminzöls darüber. Und damit es eine richtig schöne Paste wird, gebt Ihr nun noch ein rein biologisches Aloe Vera-Gel dazu. Denn auch Aloe Vera und Kristallsalz wird eine heilende, schmerzlindernde und Bakterien hemmende Wirkung zugesprochen.

Probiert es doch einfach mal aus. Wir sind schon lange auf die Do-it-Yourself-Schiene umgestiegen. Denn die meisten herkömmlichen Zahncremes schaden mehr, als dass sie nützen könnten. Ihre Inhaltsstoffe reizen das Zahnfleisch, beschädigen den Zahnschmelz und beeinträchtigen die Mundflora. Es lohnt sich daher, wie wir meinen, die eigene vegane Zahnpasta selbst zu machen und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer natürlichen Zahnpflege zu leisten. Eure Zähne und Euer Zahnfleisch werden es Euch danken, zumal das relativ preiswert und ohne großen Aufwand möglich ist. Und auf jeden Fall wird mit unseren Tipps die Aussicht erheblich erhöht, dass Ihr von Eurem nächsten Zahnarztbesuch mit dem freudigen Spruch nach Hause kommt „Mama, Mama, … er hat gar nicht gebohrt!“

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/Nikodash

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