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vegan leben

Wie man als Veganer Konflikten mit der Familie am Esstisch begegnet!

Veganer und Nicht-Veganer harmonisch um den Esstisch versammelt: Wir verraten Euch, wie man unterschiedliche Meinungen zum Essen unter einen Hut bekommt und so Konflikte vermeidet.

Echt jetzt? Warum das denn? Wie, Du isst nichts mehr vom Tier? Was soll ich denn dann Heilig Abend kochen? Und was sagt Dein Freund dazu? Da bekommst Du doch gar nicht alle wichtigen Nährstoffe! – Jeder, der sein Leben auf eine vegane Lebensweise umgestellt hat, kennt sie, die wahren Begeisterungsstürme, die darüber in der Familie ausbrachen. Glücklich können sich dabei alle diejenigen schätzen, die als Single einen eigenen Haushalt führen. Für alle anderen bedeutet die Ernährungsumstellung erstmal ein hohes Konfliktpotenzial. Ob nun am Familientisch, in der WG oder in der Partnerschaft – Fleischverweigerer stoßen immer erstmal auf viel Unverständnis seitens der Fleischesser.

Oppa will nun mal seinen Schweinsbraten

Das Problem: Beim Thema Essen wird es schnell emotional. Wir denken, dass hat vor allem etwas mit Gewohnheiten zu tun. Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Dieser kleine Satz beschreibt eigentlich ziemlich gut unsere Einstellung zur Experimentierfreude in der Küche. Oppa (an der Stelle ganz bewusst mit zweimal P) bekommt von Omma (dito) seit über 20 Jahren sonntags seinen Braten mit Klößen. Wie glaubt Ihr reagiert er, wenn Omma nächsten Sonntag Gemüseeintopf macht, nur weil das vegane Enkelchen sich zum Essen angemeldet hat? Fuchsteufelswild wird er (und das ist vermutlich noch untertrieben). Wie reagiert der Bruder, wenn er bei seiner veganen Schwester zum Grillen eingeladen wird und dann Tofu-Würstchen auf seinem Teller landen? Er bekommt schlechte Laune – und wird vermutlich Witze darüber machen. Das Konfliktpotenzial ist also in der Tat sehr groß, weil es beim Essen eben jeder gerne so hätte, wie er es kennt und deshalb auch mal die Emotionen hochkochen.

Gemeinsam essen ist aber Teil unserer Kultur. Am Tisch kann man sich herrlich unterhalten, die Neuigkeiten des Tages austauschen, Probleme diskutieren, Pläne schmieden. Wenn aber die gesamte Situation aufgrund der Ernährungsartenfrage negativ geladen ist, dann wird die gemeinsame Zeit am Tisch statt zum schönen Ereignis meist zum kleinen Albtraum.

80 Prozent sehen ein Konfliktpotenzial

Noch schwieriger wird es, wenn sich Mann und Frau (oder Frau und Frau oder Mann und Mann oder oder oder…) in einer vegan-fleischessenden Partnerschaft zusammenfinden und nicht nur das Bett, sondern auch den Tisch teilen. Wie organisiert man das dann? Wird dann nur noch gestritten? Aus eigener Erfahrung können wir hierzu nichts sagen, wir haben aber ein paar spannende Zahlen im Netz dazu gefunden. vegan.eu (LINK: www.vegan.eu) hat gemeinsam mit www.gleichklang.de eine Umfrage mit über 5.000 Teilnehmern zu eben diesem Thema durchgeführt. Hier sind die total spannenden Ergebnisse:

  • 60 % der befragten Veganer gaben an, dass sie es wichtig fänden, eine Partnerschaft mit einer vegan lebenden Person zu haben.
  • 60,5 % der befragten Veganer haben jedoch bereits mindestens eine Beziehung mit einer fleischessenden Person geführt.
  • Für 48,2 % der Befragten ist es eine Belastung, wenn der Partner/in Fleisch isst.
  • Komplett komplikationslos werden Beziehungen zwischen Veganern und Fleischessern von 21 % angesehen.

Bedeutet im Umkehrschluss: fast 80 % der Befragten glauben an ein großes Konfliktpotenzial, wenn in einer Partnerschaft unterschiedliche Ernährungsphilosophien an einem Tisch zusammenprallen. Was also tun? Nicht mehr gemeinsam essen? Unterschiedliche Essenszeiten einführen? Das sind unserer Meinung nach alles keine vernünftigen Lösungen. Mauern zu errichten war noch nie eine gute Idee ¬– Mauern einreißen schon eher. Deshalb haben wir ein paar Tipps für Euch, wie es vielleicht klappen könnte.

  • Tipp 1: Darüber sprechen!
    Knallt Eurer Familie Eure neue Ernährungsweise nicht einfach so vor den Latz. Besser Ihr erklärt die Gründe, die Euch zum Veganismus bewogen haben. Ganz wichtig dabei: Macht das am besten, ohne den fleischessenden Teil der Bevölkerung (zu dem Eure Familie ja zählt) anzugreifen. Begebt Euch nicht in die Ich-habe-recht-und-Ihr-seid-doof-Falle. Wenn Ihr wollt, dass Eure Familie Eure vegane Lebensweise akzeptiert, müsst Ihr umgekehrt auch deren Fleischkonsum akzeptieren.
  • Tipp 2: Essen ist nicht alles!
    Macht Euch als Familie bewusst, dass es vielmehr Dinge gibt, die Euch miteinander verbinden, als nur dieselben Mahlzeiten. Denn: Man kann auch gemeinsam Essen, ohne das gleiche zu essen. Siehe Tipp 5!
  • Tipp 3: Keine Kompromisse machen!
    Um Mutti einen Gefallen zu tun, das Sonntagsgulasch doch essen. Keine gute Idee. Erstens wollt Ihr es nicht, zweitens verratet Ihr Euch dann selber und drittens macht Ihr Euch Eurer Familie gegenüber komplett unglaubwürdig. Besser: Schaut mal bei Tipp 5.
  • Tipp 4: Begeistern!
    Positiv statt negativ. Geht nicht auf Konfrontation zu den Fleischgerichten der Familie – begeistert sie lieber mit Euren veganen Kochkünsten. Oder zeigt Ihnen, dass viele ganz klassische Gerichte auch auf vegane Art funktionieren.
  • Tipp 5: Two-in-one Essen!
    Ist zwar anfangs etwas mehr aufwand, wenn es sich eingependelt hat, allerdings gar kein Problem mehr. Besprecht und findet einfach Gerichte für den Familientisch, die sich leicht auch vegan machen lassen. Beispiel: Bratwürstchen mit Kartoffelbrei. Oppa bekommt hier den Klassiker. Ihr macht Euch den Brei mit veganer Pflanzenmilch und bittet Omma einfach zusätzlich noch, für Euch Seitan-Würstchen in die Pfanne zu hauen. Alle sind glücklich. Noch ein Beispiel: Mama will Spaghetti Bolognese kochen. Kein Problem: Ihr macht Euch aus ein paar Dosentomaten und frischen Tomaten mit Zwiebeln eine leckere Tomatensoße zur Pasta und streut veganen Parmesan darüber. Wieder sind alle glücklich – und nur ein Topf mehr wird dreckig.

Tipp 5 ist auf jeden Fall das, was am besten funktioniert. Außerdem konnten wir bei Freunden beobachten, dass sowohl Mutti wie auch Omma mit der Zeit ganz genau wussten, wie sie das eine Familienteil auch vegan bekochen können. Und machen das seitdem auch. Man nennt das wohl Verwöhntrieb. Aber egal wie man es nennt: Hauptsache am Tisch sind alle glücklich – und werden satt!

In veggies we trust!

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