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Veganismus – nur ein Hype oder eine echte Alternative?

Veganismus – nur ein Hype oder eine echte Alternative?

Warum eine vegane Lebensweise für immer mehr Menschen ein sinnvolles Zukunftsmodell ist und wie wir alle von einem Leben ohne Tierprodukte profitieren können.

Tiere essen ist out, sowas von out. Vegane Kochbücher finden sich auf den Bestsellerlisten ganz weit oben (allein Amazon listet sie auf über 75 Seiten; italienische Kochbücher hingegen nur auf 20 Seiten…) – und in die Supermarktregale werden immer mehr Fleischalternativen eingeräumt. Zum Glück übrigens, wie wir finden. Denn eine rein pflanzliche Ernährung hat viele Vorteile. Nicht nur für die Tiere oder jeden einzelnen von uns, sondern auch gesamtgesellschaftlich betrachtet.

Weil aber viele immer noch glauben, dass wir Veganer so ein kleiner einfältiger Haufen von Pflanzenessern sind, haben wir mal ein paar harte Fakten recherchiert. Fakten, die genau das Gegenteil beweisen. Unsere steile These nach der Durchsicht der Zahlen: der Veganismus (und mit ihm die pflanzlichen Alternativen in der Ernährung) ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Glaubt ihr nicht? Dann schaut euch mal an, was wir auf den Seiten des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) so alles gefunden haben.

Der Veganismus in Deutschland – fast ein Riesenbambus

Der Riesenbambus ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen. Pro Tag schafft er etwa 70 Zentimeter mehr. Ganz so schnell wächst der Veganismus in Deutschland zwar nicht, dennoch finden wir es mehr als beeindruckend, was die Veggie-Bewegung bisher in den letzten Jahren erreicht hat.

Fakt 1:
Wir Veganer werden immer mehr. Täglich verabschieden sich in Deutschland etwa 200 Menschen vom Fleischkonsum und wenden sich dem Veganismus zu. Mittlerweile ernähren sich in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Million Menschen komplett vegan. Man geht übrigens davon aus, dass weltweit ungefähr 1 Milliarde Menschen vegan-vegetarisch leben, also etwa jeder siebte Weltbürger. Wow!

Fakt 2:
Veganes Essen findet endlich auch im Supermarkt statt. Wir alle erinnern uns noch an die Zeiten, in denen wir unsere pflanzlichen Ernährungsalternativen ausschließlich im gut sortierten Bioladen bekamen. Diese Zeiten sind jetzt vorbei, wie auch ein Blick auf die Zahlen belegt. Laut Nielsen wuchs das vegane Sortiment in Discountern um 40% (Supermärkte + 17%) und die Fleischalternativen legen jedes Jahr beim Umsatz um knapp 30% zu. Solche Steigerungen hatten wir vor unserer Recherche übrigens nicht erwartet.

Fakt 3:
Die Menschen stehen dem Veganismus immer offener gegenüber. Denn in einer Studie des Marktforschungsunternehmens Mintel kam heraus, dass fast jeder Fünfte der 16- bis 24-Jährigen Fleischalternativen richtig gut findet.

Fakt 4:
Vegane Restaurants starten durch. Endlich können wir leckere vegane Gerichte auch mal außerhalb der eigenen 4 Wände genießen (und hey, wir reden jetzt von mehr, als nur von einer Ansammlung liebloser Gemüsebeilagen auf dem Teller). Der VEBU verzeichnete nämlich einen Zuwachs der veganen Restaurants in Deutschland im Jahr 2016 von fast 30 Prozent. Die meisten davon gibt es aktuell in Berlin: die Hauptstadt weist nämlich laut VEBU sage und schreibe 48 vegane Restaurants aus. Unser Tipp deshalb an dieser Stelle: ein veganer Schlemmer-Kurz-Trip nach Berlin!

Fakt 5:
Es geht nicht mehr nur um vegane Ernährung, sondern um einen konsequent veganen Lebensstil. Denn der Veganismus hält in immer mehr Bereichen des Lebens Einzug – und eine ganze Menge finden das richtig klasse, wir übrigens auch. Zahlreiche Hochglanz-Magazine zeigen heute bereits vegane Mode, unzählige Zeitschriften beschäftigen sich ausschließlich mit dem Thema Veganismus im Bereich Kochen, Mode und Lifestyle, vegane Kosmetikprodukte sind aus den Regalen der Drogeriemärkte und Parfümerien nicht mehr wegzudenken, einige Energieunternehmen liefern uns veganen Strom sowie veganes Gas nach Hause und die unterschiedlichen Veggie-Messen ziehen deutschlandweit Besucher in Scharen an.

Also dann, wie wir bereits Anfangs gesagt hatten: unserer Meinung nach ist der Veganismus längst keine Nische mehr, der ethische Umgang mit Tieren ist heute ein nicht mehr wegzudenkender, fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

Die gesundheitlichen Vorteile durch ein Leben ohne tierische Produkte

Wir wissen ja nicht, wie es euch geht: wir haben aber gemerkt, dass unsere vegane Ernährung einen spürbar positiven Einfluss auf unser subjektives Gesundheitsempfinden hat. Seit wir uns rein vegan ernähren, fühlen wir uns frischer, tatendurstiger und fitter. Klar hatten auch wir anfangs vegane Ersatzprodukte auf dem Teller, die zwar vegan, aber eben leider nicht unbedingt gesund waren. Wer erinnert sich nicht an seine ersten veganen Gehversuche mit rein pflanzlichen Burgern, veganer Currywurst oder veganem Gyrosteller. Zum Glück haben wir den nächsten veganen Entwicklungsschritt gemacht und kochen heute anders: hauptsächlich mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Obst – und verzichten dabei weitestgehend auf vegane Ersatzprodukte, was leider aber nicht immer geht. (Vor allem dann nicht, wenn man einen bestimmten Geschmack oder eine besondere Konsistenz erzielen möchte.) Wir denken aber, die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung spürt ihr sicher selbst auch bei euch. Wir haben trotzdem auch mal ein bisschen im Netz gesucht und dabei ein paar ganz interessante Zusammenhänge zwischen dem Thema Gesundheit und veganer Ernährung entdeckt, die erstmal nicht von der Hand zu weisen sind und auch prima als Argumentationshilfe gegenüber Veggie-Kritikern taugen.

Der Einfluss von veganem Essen auf das Gewicht und Verdauung

Pflanzliche Lebensmittel sind meist fett- und kalorienarm und haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Deshalb sind vegane Gerichte in der Regel sättigender. Man muss also weniger essen, um satt zu werden. Die Folge (wenn auf vegane Burger oder vegane Currywurst verzichtet wird): Veganer haben deshalb ein geringeres Risiko für Übergewicht und häufig auch einen besseren Body-Mass-Index als Fleischesser. Zudem haben die Ballaststoffe auch einen positiven Einfluss auf die Verdauung und beruhigen den Darm, was sich positiv auf unser Allgemeinbefinden auswirken kann und für gute Laune sorgt.

Auch auf den Blutdruck kann die vegane Ernährung einen großen Einfluss haben. Da das in Gemüse und Obst reichlich vorhandene Kalium unser Blut flüssiger macht, muss das Herz weniger stark pumpen, wodurch der Blutdruck sinkt. Da der Blutdruck mit steigendem BMI ebenfalls steigt, wirkt sich hier also auch das geringere Risiko für Übergewicht positiv aus. Deshalb geht man in zahlreichen Studien davon aus, dass vegetarisch-vegan lebende Menschen deutlich seltener von Hypertonie betroffen sind, als Menschen, die auch tierische Produkte zu sich nehmen.

Jahr für Jahr sterben mehrere hunderttausend Menschen an den Folgen zu hoher Cholesterinwerte. Durch Ablagerungen in den Gefäßen kommt es dabei zu Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Laut der Oxford Vegetarian Study haben wir Veganer jedoch meist bessere Cholesterinwerte vorzuweisen als Fleischesser. Die von Veganern bewegen sich dabei annähernd im optimalen Bereich, die von Fleischessern hingegen sind meist leicht erhöht. Einen Beitrag dazu leisten sicher auch Lebensmittel wie Haferflocken, Bohnen, Artischocken und Kürbis, die in der veganen Küche (wie wir sie lieben) häufig verwendet werden und einen cholesterinsenkenden Effekt haben.

Vegetarisch-vegan lebende Menschen haben übrigens auch ein geringeres Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Das liegt daran, dass diese Stoffwechsel-Erkrankung meist durch eine stark fetthaltige Ernährung ausgelöst wird. Womit wir wieder bei dem ersten Punkt wären: den Ballaststoffen. Aber es kommt noch ein entscheidender Punkt hinzu: fast alle Obst- und Gemüsesorten haben einen niedrigen glykämischen Index. Dieser kann sich positiv auf den Kohlenhydratstoffwechsel auswirken. Dadurch werden Kohlendhydrate schneller verstoffwechselt und setzen im wahrsten Sinne des Wortes nicht an.

Und noch etwas Positives gibt es zu vermelden. Sekundäre Pflanzenstoffe wie gelb-orange-rotes Gemüse und Obst, grünblättriges Gemüse, Weizenkeime, Nüsse, Hülsenfrüchte, Sojabohnen und Zwiebel- und Lauchgewächse haben verschiedene gesundheitsförderliche Effekte und können insbesondere der Entstehung mancher Krebsarten vorbeugen. Ganz im Gegensatz zu (rotem) Fleisch, dass im Verdacht steht, bestimmte Krebsarten eher noch zu begünstigen.

Wir finden, dass sind eine ganze Menge tolle gesundheitliche Effekte, die sich mit nur ein bisschen Grünzeug erreichen lassen. Oder anders gedacht: um wie viele Milliarden Euro könnten wir unsere Krankheitskosten in Deutschland wohl senken, wenn sich alle (vielleicht auch nur ab und zu) vegan ernähren würden? Womit wir dann auch schon bei den gesellschaftlichen Auswirkungen des Veganismus wären.

Welche Vorteile „fleischfrei“ für unsere Gesellschaft hat

Vegan leben ist gut für die Natur. Allein ein einziger Hamburger verbraucht eine Fläche von etwa 5 Quadratmetern Regenwald. Knapp 20% unserer Treibhausgase werden durch die Massentierhaltung verursacht – mehr als alle Autos und Flugzeuge zusammen. Wären wir in Deutschland alle Veganer würden wir uns zudem etwa 240 Millionen Tonnen Jauche sparen, die auf den Feldern entsorgt wird und dort nach und nach die Fruchtbarkeit der Böden minimiert. 240 Millionen Tonnen, noch Fragen?

Vegan leben wirkt gegen Nahrungsmittelknappheit. Denn statt pflanzliche Lebensmittel anzubauen, um sie dann später als Tierfutter in die Industrieländer zu exportieren, könnten die landwirtschaftlichen Flächen bei einer konsequent veganen Lebensweise zur Ernährung der Bevölkerung der betroffenen Länder genutzt werden. Mais zum Essen – statt Mais zum Verfüttern ist das Motto. Würden wir alle pflanzliche Nahrung, die weltweit angebaut wird essen, statt sie zu verfüttern, würden alle Menschen auf der ganzen Welt jeden Tag satt werden. Alle Menschen auf der ganzen Welt – jeden Tag, noch Fragen?

Vegan leben ist echter Tierschutz. Wer sich von Pflanzen ernährt, fördert nicht die Perversionen der Massentierhaltung, sondern stellt sich ihnen konsequent entgegen. Wir Veganer sind nicht verantwortlich für Abermilliarden geschlachteter Rinder. Wir Veganer sind nicht verantwortlich für all das Leid, das Schweinen und Hühnern in viel zu kleinen Ställen ohne artgerechten Auslauf angetan wird. Wir Veganer sind die Lösung dieses ethischen Problems. Denn wir betrachten Tiere nicht als Ware, sondern als das, was sie in Wahrheit sind: wundervolle Lebewesen, die genauso wie wir Menschen ein Recht darauf haben, lange in Frieden leben zu dürfen.

Unser Fazit

So, nach all dem denken wir: tierisch gut leben geht am besten ganz ohne tierische Produkte. Deshalb glauben wir beide auch nicht, dass der Veganismus nur eine Alternative zu einem Leben mit Fleisch darstellt. Schaut man sich die ganzen Auswirkungen des Fleischkonsums einmal an, wird eigentlich schnell klar: Veganismus ist der einzig sinnvolle Weg!

Bis zum nächsten Mal.

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/UberImages

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