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Veganer werden: Diese Fehler solltet Ihr bei der Umstellung unbedingt vermeiden!

Bei der Umstellung auf eine vegane Lebensweise passieren anfangs meist einige Fehler – wir verraten Euch, worauf Ihr achten solltet, um mit Obst & Gemüse dauerhaft fleischlos glücklich zu werden!

Liebe Vegan-Profis: Heute geht es mal nicht um Euch (und natürlich auch nicht um uns). Denn diesen Artikel möchten wir einmal allen widmen, die sich den Umstieg in ein veganes Leben vorgenommen haben. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass das nicht ganz einfach ist und auch wir zu Beginn in die klassische Fehlerfalle getappt sind.

Damit Euch das nicht passiert, haben wir einfach mal einige Tipps aufgeschrieben, die Euch den Start erleichtern sollen. Denn eines dürfte klar sein: Je besser und akribischer Ihr Euren Umstieg in eine vegane Lebensweise ohne tierische Produkte vorbereitet, desto geringer wird die Rückfallgefahr sein, doch wieder zu Fleisch & Co. zu greifen. Mit unseren Tipps spart Ihr Euch also jede Menge Frust, aber auch Mangelerscheinungen, die durchaus auftreten können, wenn wichtige Nährstoffe, die nur in tierischen Produkten vorkommen, nicht supplementiert, also nicht ergänzend zu sich genommen werden. Deshalb aufgemerkt – hier kommen sie nun:

Die klassischen Einsteiger-Fehler beim Umstieg auf eine vegane Lebensweise

#1: Schnell-Schnell
Einfach mal eben so ins vegane Lager wechseln ist nicht. Und man wird auch nicht eben mal schnell zum Veganer. Da gibt es nämlich ein kleines Problem: Eure liebgewonnen Gewohnheiten. Wenn sich in der Umstellungsphase der Hunger meldet, dann fallen alle gerne in alte Gewohnheiten zurück, vor allem dann, wenn der Hunger ein Heißhunger ist. Es wird deshalb vorkommen, dass Ihr plötzlich Lust auf eine Currywurst bekommt oder auf ein Salamibrot. Das war bei vielen Veganern vorher auch nicht anders – ist aber auch nicht besonders schlimm. Eure Umstellung ist schließlich ein Prozess, und der kann mitunter auch schon bis zu 8 Wochen dauern. Dabei bekommt Ihr langsam eine vegane Routine in der Ernährung und greift dann auch bei wirklich großem Hunger zielsicher zu Lebensmitteln ohne tierische Inhaltsstoffe.

#2: Weglass-Falle
Wer auf eine vegane Ernährung um und in ein veganes Leben einsteigt, der tut das meist (so wie auch wir), weil ihm das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Wer jetzt aber einfach konsequent alle Tierprodukte weglässt, der läuft schnell in die berühmte Weglass-Falle: Durch das Weglassen schmecken nämlich die Speisen, die man bisher verzehrt hat meist nicht mehr. Die Folge: Ein fades Esserlebnis und Umstellungs-Frust. Besser ist es deshalb, sich bereits im Vorfeld der Umstellung mit veganem Kochen zu beschäftigen. Dabei kann man sich nämlich ganz toll von vielen neuen Lebensmitteln inspirieren lassen und hat am ersten Tag der Umstellungsphase auch schon direkt etwas wirklich vegan Gekochtes auf dem Teller – und nicht einfach bloß ein konventionelles Essen mit weggelassenen Tierprodukten.

#3: Nährstoff-Falle
Psst – wir sagen es zwar nur ungern und deshalb auch ganz leise: Es gibt tatsächlich Nährstoffe, die man mit einer rein veganen Ernährung nur schwerlich oder gar nicht zu sich nehmen kann. Dazu zählt vor allem Vitamin B12. Das ist wichtig für die Zellteilung und erfüllt essenzielle Aufgaben bei der Blutbildung, bei der Bildung und der Reizleitung von Nervenzellen sowie im Energiestoffwechsel. Ein Mangel an Vitamin B12 kann dann deshalb auch gravierende Folgen haben: von Blutarmut bis hin zu langfristigen Schäden am Nervensystem. Das Dumme ist bloß, dass Vitamin B12 ausschließlich in tierischen Produkten zu finden ist. Unser Tipp deshalb: gönnt Euch ab und an mal mit Vitamin B12 angereicherte vegane Lebensmittel oder greift zu Nahrungsergänzungsmitteln, die alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe für Veganer enthalten. Und: lasst regelmäßig Euer Blut vom Arzt eben darauf checken!

Mehr Informationen zu diesem wichtigen Thema findet Ihr übrigens auch in unseren Artikel Vitamin B12: keine Angst vor Mangelernährung! sowie Leiden Veganer wirklich unter Mangelerscheinungen?

#4: Fleisch-Freunde
Selbst wer nur mit dem Gedanken spielt, seine Lebensweise umzustellen und ab sofort auf tierische Produkte zu verzichten, erntet bei der Bekanntgabe seiner Idee im Freundeskreis meist Staunen und Kopfschütteln. Wenige Minuten später folgen dann Witze und dumme Sprüche. Und genau hier zeigt sich auch das ganze Drama: wer nur Fleisch-Freunde hat, dem wird es schwer fallen, die Umstellungsphase zu überstehen. Denn Essen ist bei uns eine höchst soziale Angelegenheit.

Wen ladet Ihr zukünftig ein, wenn Ihr Euch vegan ernähren wollt? Oder andersherum: Wo werdet Ihr als Veganer noch eingeladen. Klar, anfangs schon kommen schon noch ein paar Einladungen, schon alleine deshalb, weil Eure Fleisch-Freunde Euch leiden sehen wollen. („Lass das Schnitzel weg – du kannst ja einfach die Beilagen und den Salat essen!“) Jede Wette: Spätestens nach dem fünften Mal Bratkartoffeln habt Ihr keine Lust mehr auf solche Abende. Gesegnet ist hier der, der über einen Open-Minded-Freundeskreis verfügt. Über Freunde also, die Spaß daran haben, auch mal über den Tellerrand zu blicken und sich auf vegane Gerichte einzulassen. Ihr könnt natürlich auch etwas nachhelfen. Denn in fast jeder Stadt gibt es vegane Kochzirkel. Einfach mal auf Facebook schauen. Hier könnt Ihr Gleichgesinnte treffen, lecker vegan kochen (und natürlich essen) und Euch ganz nebenbei in Eurer Entscheidung bestärken lassen.

#5: Fertigessen
Wer zu faul zum Selbstkochen ist, kann das mit dem Veganismus eigentlich gleich lassen. Natürlich gibt es auch jede Menge vegane Fertiggerichte im Supermarkt oder Gemüse aus Konserven, die haben jedoch alle auch die gleichen Nachteile wie konventionelle Fertiggerichte: meist zu salzig, zu wenige Nährstoffe und in aller Regel eher nicht so lecker. Wir finden, zu einer veganen Lebensweise gehört nun mal auch die Lust auf frische Lebensmittel. Knackiges Gemüse vom Markt, pralle Früchte und betörende Gewürze: wem jetzt nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Also, Frischkochen ist angesagt!

#6: Ersatzprodukte
Sojaschnitzel, veganer Käse, vegane Wurst oder vegane Mayo: wer tierische Produkte einfach nur durch vegane Produkte austauscht, veganisiert zwar seine Ernährung, mehr aber auch nicht. Verarbeitete vegane Lebensmittel sind nämlich genauso ungesund, wie verarbeitete konventionelle und enthalten meist viel Fett, Zucker, Geschmacksverstärker und andere ungesunde Zusatzstoffe. Die Lösung: kauft Euch einfach ein gutes veganes Kochbuch und lasst Euch inspirieren, wie anders und abwechslungsreich echtes veganes Essen sein kann.

#7: Dummie
Wer keine Ahnung von veganer Ernährung hat, kann sich natürlich auch nicht richtig darauf umstellen. Wir haben damals deshalb alles zum Thema Veganismus gelesen, was uns in die Hände kam: Blogs, Kochbücher, Zeitschriften, wir hatten sogar einen Podcast abonniert. Über diesen Weg erfahrt Ihr alles zum Nährstoffbedarf, über pflanzliche Lebensmittel, kritische Nährstoffe, vegane Rezepte und vegane Koch-Tricks, vegane Kleidung, vegane Pflegeprodukte und vegane Möbel. Kurz: Ihr lernt eine ganze Menge über Euer neues Leben.

#8: Missionieren
Wenn Ihr Eure Ernährung und Euer Leben umstellen wollt, ist das eine ganz wundervolle Entscheidung von Euch. Klar geht Ihr dabei – vor allem anfangs – ganz besonders euphorisch ans Werk. Da kann es leicht passieren, dass man als frischgebackener Veganer versucht, sein Umfeld zu missionieren und dabei allen mit dem Thema irgendwann gehörig auf die Wecker geht.

Glaubt uns: Kein Fleischesser möchte tagein tagaus hören, wie schlimm er ist und wie tierverachtend seine Ernährung und Lebensweise ist. Meist erreicht man damit gar nichts. Ganz im Gegenteil: Eure Freunde und Familie fühlen sich dadurch nur genervt und verlieren komplett die Lust an Eurer Umstellung. Besser ist es sie dafür zu begeistern. Vielleicht führt Ihr einfach einen Veggie-Day ein, an dem für alle vegan gekocht wird – oder Ihr kombiniert vegane und konventionelle Speisen zu einem Gesamtkunstwerk (geht sehr gut mit Tapas). Da kann dann jeder der Lust darauf hat, auch mal von den veganen Köstlichkeiten probieren. Und wer weiß: Vielleicht haben diese Geschmackserlebnisse ja dann auch einen Umstellungsprozess zur Folge.

Wir wünschen Euch auf jeden Fall einen guten Start in Euer veganes Leben und drücken die Daumen, dass alles so klappt, wie Ihr Euch das vorgenommen habt!

In veggies we trust!

Foto: iStock.de/KatarzynaBialasiewicz

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Team von vegawatt
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