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Vegane Schuhe und wo bekomme ich die schönsten?

Vegane Schuhe und wo bekomme ich die schönsten?

Warum schöne Schuhe nicht aus Leder sein müssen und welche tollen Alternativen es gibt, zeigen wir Euch im folgenden Artikel.

„Geht eine Frau am Schuhgeschäft vorbei.“ Der Witz ist kurz und alt, aber zugegebenermaßen aus unserer Sicht immer noch zutreffend. Frauen lieben Schuhe, gleich ob Allesesser, Vegetarier oder Veganer. Warum das so ist? Schuhe kaufen ist shoppen und shoppen macht bekanntermaßen glücklich und, das geht auch dann, wenn Ihr ein paar Kilo Gewicht mehr oder weniger habt, die Schuhgröße bleibt gleich. Da auch der Sammeltrieb zum Menschen gehört, eignet sich auch die Fußbekleidung ganz prima zum Horten. Natürlich gibt es unter uns auch solche, die rationaler an das Thema gehen und die Schuhe nur dann kaufen, wenn ein Paar kaputt ist.

Dennoch stellt sich für alle, die sich für eine vegane Lebensweise entschieden haben und die in allen Bereichen auf tierische Produkte verzichten wollen, die Frage, welche Alternativen es bei veganen Schuhen gibt. Sind das tatsächlich nur Ökoschlappen? Ist da wirklich alles empfehlenswert bzw. worauf solltet Ihr beim Kauf achten und wo bekommt Ihr das, was Ihr wollt?

Klar ist, dass Veganer aber auch Vegetarier natürlich keine Lederschuhe kaufen. Noch ist Leder bei der Schuhherstellung allerdings der wichtigste Rohstoff. Auch wer komplett auf tierische Bestandteile verzichten will, muss gut aufpassen: Denn Wolle und Seide, die in der Produktion verwendet werden, sind tabu. Außerdem stecken in manchen Leimen und Klebern Schlachtabfälle (Haut, Knochen) oder Kasein (ein Milchprotein). Für uns bedeutet das, idealerweise entweder beim jeweiligen Hersteller anzufragen, welche Klebstoffe eingesetzt werden oder nur als vegan gekennzeichnete Schuhe zu kaufen.

Vegane Schuhe – welche Materialien gibt es?

Wenn also kein Leder, was dann? Vegan ist ein Schuh in der Regel, wenn pflanzliche oder auch synthetische Rohstoffe verwendet werden. Und davon gibt es mehr als man zunächst einmal denkt. Neben Naturfasern wie Kork, Holz, Kautschuk, Hanf, Leinen und Baumwolle dienen auch künstlich hergestellte Fasern, Kunstleder und andere Kunststoffe als typische Materialien bei der veganen Schuhherstellung.

Vom Korkenzieher zum Kork-Anzieher

Ein gern gewählter und seit den 1930er Jahren durch die aufkommenden Plateauschuhe bereits bekannter Rohstoff bei Schuhen ist Kork. Er wird in sehr dünnen Schichten geerntet, mit Wasserdampf behandelt und ergibt so ein sehr robustes und sogar weiches Material. Und da Korken bei Weinflaschen auf dem Rückzug sind, ist dies ein geeigneter Absatzmarkt für die artenreichen Korkwälder. Wenn die Bäume nur alle acht Jahre geerntet werden, ist Kork zudem ein echt umweltschonender Rohstoff. Das antibakterielle und atmungsaktive Material eignet sich daher gut für vegane Schuhe, die von einigen Herstellern vertrieben werden.

Hanf, Baumwolle, Kautschuk – alles für die Füße

Die aus Südfrankreich und Katalonien stammenden Espadrilles haben eine lange Tradition und werden klassisch aus einem verschlusslosen Schaft aus Baumwolle oder Leinen und einer aus Pflanzenfaser (Flachs oder Hanf) geknüpften Sohle gefertigt.

Auch Naturkautschuk wird häufig für die Herstellung von Schuhsohlen verarbeitet und ersetzt damit den herkömmlichen Kunststoff. Gewonnen wird es aus Latex, dem Saft des ursprünglich aus Brasilien stammenden Kautschukbaums.

Bambus- und Kokosfasern sind die am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe und werden, wie auch Baumwolle und Leinen, meist zu Stoffen verwoben und als Schuhschaft verarbeitet. Die veganen Schuhe werden entweder genäht oder mit einem Klebstoff auf Wasserbasis verklebt, der frei von jeglichem Tierischen ist.

Gut zu Fuß mit Ananasblättern

Bei den Rohstoffen auf pflanzlicher Basis kommt es zu immer neuen spannenden Entwicklungen. Neben Rhabarberleder gibt es z. B. mit Piñatex ein lederähnliches Material aus den langen Fasern der Ananasblätter. Die Fasern werden mit speziellen Maschinen von der übrigen Biomasse der Blätter getrennt. Die Fasern werden dann ähnlich wie Filz zum Piñatex-Gewebe gewalkt. 480 Blätter ergeben etwa einen Quadratmeter Piñatex-Stoff. Das Kanvas-ähnliche Material kann Leder sehr ähnlich sehen. Gefärbt, bedruckt und behandelt ist es in Struktur und Optik sehr variabel. Erste Modelle gibt es z. B. von Camper, Puma oder der kleinen Marke NAE.

Kunstleder und die Nachhaltigkeit

Bei Kunstleder handelt es sich in der Regel um ein textiles oder Vlies-Gewebe, das häufig mit erdölbasiertem PVC oder Polyurethan beschichtet ist und optisch Leder imitiert. Um die Umwelt zu schonen, setzen einige Schuhhersteller auf recycelte Ausgangsmaterialien wie etwa Recycling-Kunstleder oder Recycling-PET. Vorsicht also, denn vegan heißt damit nicht automatisch nachhaltig! Herkömmliches Kunststoffbasiertes Fake-Leder ist weder gesund noch umweltgerecht, denn es ist nicht chemiefrei!

So kommen zum Beispiel bei der Herstellung von Kunstleder auch Verfahren zum Einsatz, die hochgiftige Chemikalien beinhalten können. Sowohl für die Umwelt als auch für die Menschen, die mit diesen Stoffen arbeiten müssen, bedeutet dies eine große gesundheitliche Belastung. Um möglichst profitabel produzieren zu können, setzen auch einige Anbieter veganer Schuhe auf die kostengünstigere Auslandsproduktion.

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen konnten mehrfach aufdecken, dass die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen der dort arbeitenden Arbeitskräfte alles andere als angemessen sind. Da wir uns als Veganer nicht nur dem Tierwohl, sondern genauso auch den Menschenrechten gegenüber verpflichtet fühlen, heißt das für uns auch beim Kauf von Schuhen neben der Etikettierung als vegan auch auf die sogenannten Fairtrade Aspekte zu achten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei Kunstleder ist die Haltbarkeit in der Regel geringer als bei echtem Leder. Regelmäßiges Einfetten kann das Kunstleder nicht geschmeidig halten; es stößt sich vielmehr schneller ab, die Farbschicht bekommt Kratzer, die potenzielle Lebensdauer ist insgesamt geringer. Außerdem sind diese Schuhe natürlich nicht wirklich atmungsaktiv, ein Manko für alle, deren Füße schnell schwitzen. Hier sind dann Schuhe aus pflanzlichen Rohstoffen zu bevorzugen.

Recycling als Upcycling

Eine Reaktion auf das Thema Müllberge und Wegwerfgesellschaft ist das Thema Upcycling. So werden Schuhe zum Beispiel aus recycelten Materialien hergestellt: aus Autoreifen oder Fahrradschläuchen werden Sohlen, aus PET-Flaschen werden Schnürsenkel und das Obermaterial gefertigt und für das Innenfutter verwendet man beispielsweise Teppichreste. Aus Abfall etwas Neues herzustellen bedeutet somit unsere Umwelt mit weniger Müll zu belasten und den Lebenszyklus vorhandener Materialien zugunsten der Umwelt zu verlängern.

Coole vegane Schuhmarken

Wir wollen hier keine Werbung machen. Aber trotzdem kommen wir nicht umhin jetzt auch mal als Positivbeispiele ein paar vegane Schuhmarken aufzuführen, auch wenn die Liste sicher viel länger sein könnte. Schuhe von Ethletic beispielsweise bestehen aus Bio-Baumwolle, haben FSC®-zertifizierte Kautschuk-Sohlen und tragen das Fairtrade-Siegel.

Die Marke Veja fertigt vegane Schuhe ebenfalls aus Bio-Baumwolle und Naturkautschuk – alles Fairtrade und die Sneaker sind nicht teurer als ein regulärer Nike-, oder Adidas-Schuh. Weitere vegane Schuh-Labels sind außerdem NAE, Vegetarian Shoes, Good Guys, Avesu, Fairticken, Bahatika, Matt&Nat, Lylium, Wills Vegan Shoes.

Vegane Schuhe – ein großes Angebot

Wie Ihr sicherlich mitbekommen habt, ist vegan heutzutage alles andere als ein Nischenphänomen. Deshalb könnt Ihr auch vegane Schuhe inzwischen im klassischen Schuhfachhandel bekommen, da immer mehr Schuhgeschäfte vegane Schuhe in ihr Programm aufnehmen. Dann gibt es natürlich noch Fairtrade-Bioläden oder vegane Concept Stores wie z. B. Glore, aber auch Einzelgeschäfte mit einem Fairtrade Angebot, die vegane Schuhe im Angebot haben. Wer von Euch gerne stöbert, wird also sicher fündig werden.
Und dann gibt es natürlich auch einige vegane Schuh-Onlineshops wie zum Beispiel:

  • noah-shop.com
  • avesu.de
  • shoezuu.de
  • greenshoes.co.uk
  • ethicalwares.com
  • my-vegan-shoes.de
  • avocadostore.de
  • anifree-shoes.de

Da wir Veganer eben schon lange nicht mehr ausschließlich sogenannte Müslis in unförmiger Sackkleidung mit Ökoschlappen sind, findet Ihr inzwischen eine richtig tolle Auswahl cooler Schule, die von Sneaker, Ballerinas, Peeptoes, Sandalen, Pumps bis hin zu Chelsea Boots reicht, also eine große Bandbreite an Stilen abdeckt, sodass jeder fündig werden kann. Selbst der klassische Doc Martens Schuh ist in veganen Varianten erhältlich.

Wer in Großstädten wohnt, hat im stationären Handel eine große Auswahl. Aber auch der Online-Handel bietet, wie Ihr oben seht, jede Menge an. Wir selbst sind da ein bisschen „old school“, denn klar ist es bequem online zu shoppen und vor allem für diejenigen unter Euch, die entweder den ganzen Tag auf der Arbeit verbringen oder keine Großstadt in der Nähe haben, ist das Shoppen im Internet eine wichtige Quelle. Aber getreu dem Motto „support your local dealer“ versuchen wir auch unsere Händler vor Ort zu beglücken, denn auch das viele Versenden von Paketen ist nur bedingt umweltfreundlich und schließlich liegt es nicht zuletzt an uns, ob die Innenstädte in Zukunft ausgestorben sein werden!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/CasarsaGuru

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Team von vegawatt
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