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Vegane Eierspeisen – kochen und backen ohne Eier?

Vegane Eierspeisen – kochen und backen ohne Eier?

Diese Frage stellen sich viele. Wir zeigen Euch, dass Ihr keine Eier braucht, um leckere Gerichte zu zaubern!

Als wir uns für eine vegane Lebensführung entschieden, war uns von Anfang an klar, worauf wir uns da einlassen. Dem Tierwohl den Vorrang geben, heißt in erster Konsequenz auf tierische Produkte in Form von Fleisch und Wurst zu verzichten. Zugegebenermaßen wesentlich schwieriger für uns – und das geht wahrscheinlich den meisten Veganern so – war der Verzicht auf tierische Produkte wie Milch und Eier. Sei es der Schuss Milch im Kaffee oder das sonntägliche Frühstücksei. Damit hatten wir bei aller rationalen Überzeugung nicht nur geschmacklich, sondern auch emotional zu kämpfen. Viele von uns sind mit Eierspeisen in vielerlei Form von klein auf aufgewachsen. Sei es als Rühr- oder Spiegelei oder als wichtige Zutat in Pfannkuchen, Kaiserschmarrn oder ähnlichen Dingen. Wie die meisten Kinder, behaupten wir mal, waren wir mit diesen Speisen eher zum Essen zu bewegen als mit dem Gemüseangebot, das uns unsere Eltern kredenzt haben.

Ei, Ei, Ei – Tierquälerei

Spätestens seit den Berichten über die unvorstellbar grausamen Bedingungen der Massentierhaltung und vor allem der brutalen Vernichtung männlicher Küken, wird es auch in breiten Teilen der Gesellschaft verständlich, warum auch der Verzicht auf Eier Sinn macht. Ob aus ethischen Gründen oder aus gesundheitlichen Motiven, es gibt tatsächlich genügend gute Gründe, auf Eier zu verzichten: Bei immungeschwächten Menschen wie Kindern oder älteren Menschen sind Salmonellen oder auch der Cholesterinspiegel wichtige Aspekte den Eierkonsum zu hinterfragen. Zudem sind aufgrund der unverantwortlichen Bedingungen in der Massentierhaltung Eier nicht immer frei von Rückständen an Medizin und Antibiotika. Und die Haltung der Hühner ist an sich schon kein Ponyhof. Kommt noch hinzu, dass der natürliche Vorgang des Eierlegens zu einer permanenten Eierproduktion hingetuned wurde, was die Tiere unter starken Stress setzt.

Aber wohin mit unserem Wunsch nach Eierspeisen? Wie kann man denn noch Kuchen backen, werden sich einige von Euch sicher bei der Umstellung auf ein Leben ohne tierische Produkte gefragt haben.
Wenn man sich erst einmal damit beschäftigt hat, ist es gar nicht so schwierig, eine Reihe leckerer Alternativen zu finden. Und wenn man das erst einmal weiß und auch ausprobiert hat, dann muss man auch nicht mehr von Verzicht sprechen, denn Ihr seid einfach auf leckere und gesunde Alternativen umgestiegen.

Ei-Alternativen

In der Regel könnt Ihr bei Gerichten oder Rezepten, die Ei als Zugabe beinhalten, oft einfach Naturtofu im Verhältnis 1:1 verwenden, z. B. im Kartoffelsalat. Bei Rezepten, vor allem beim Backen, in denen Ei als Zutat aufgeführt wird, gibt es verschiedene Alternativen. Eier werden häufig für die Bindung zum Beispiel in einem Teig verwendet. Hier lassen sich als Ersatz vegane Zutaten wie Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl, geschrotete Leinsamen, Pfeilwurzelstärke oder Seidentofu nutzen. Für süße Backerzeugnisse können als gute Bindemittel Bananen oder Apfelmus eingesetzt werden. Damit könnt Ihr sogar Torten ohne Ei backen.
Je nachdem, welche Funktion das Ei erfüllt, sei es bei der Bindung zu helfen oder den Teig aufzulockern, oder ob es sich um ein salziges oder ein süßes Gericht oder Backwerk handelt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Ei-Ersatzes. Hier kommen ein paar Beispiele für Euch.

Ein einziges Ei kann zum Beispiel ersetzt werden durch:

  • 60 g Seidentofu
  • 2 EL geschrotete Leinsamen + 3 EL Wasser
  • ½ reife Banane
  • 1 TL Ei-Ersatzpulver + 40 ml Wasser
  • 1 EL Apfelmus
  • 1 EL Sojamehl + 2 EL Wasser

Eischnee dagegen lässt sich prima aus dem stärkehaltigen Abtropfwasser von Kichererbsen aufschlagen. Dieser als „Aquafaba“ bezeichnete Eiklarersatz kann zur Herstellung von veganer Mayonnaise, Butter und Käse genutzt werden.

So, und jetzt hören wir auf Euch zu erklären, auf welche Arten man das Ei ersetzen kann. Stattdessen liefern wir Euch jetzt lieber ein paar leckere Rezepte direkt zum Nachkochen und Nachbereiten.
Dabei auch Rezepte von Björn Moschinski, einem der bekanntesten veganen Köche Deutschlands.

Vegane Eierspeisen – Rezepte

Tofu-Rührei mit „Speckstreifen“

Das Tofu-Rührei mit „Speckstreifen” ist ein leckeres gesundes Frühstück. Zusammen mit Bratkartoffeln schmeckt es auch lecker deftig als Mittagessen.

Das braucht Ihr

  • 200 g Tofu Natur
  • 100 g Räuchertofu
  • 100 g Seidentofu
  • 1 Zwiebel
  • 10 ml Raps-Öl
  • 1 Prise Kurkuma
  • 1 Prise Salz
  • Salz zum Würzen
  • Pfeffer zum Würzen
  • 50 g Schnittlauch

So geht’s
Zwiebel in Würfel und Räuchertofu in feine Streifen schneiden. Dann in einer heißen Pfanne mit Öl leicht anbraten. Tofu Natur mit einer Gabel in kleine Stücke zerdrücken. Mit Kurkuma und Salz vermengen. In die Pfanne geben und anbraten, bis der Tofu leicht braun wird.
Den Seidentofu in grobe Stücke schneiden und in der Pfanne mitbraten. Abschmecken mit Salz und Pfeffer. Dazu in feine Röllchen geschnittenen Schnittlauch unter das fertige Tofu-Rührei mischen. Fertig! Reicht für 2–3 Personen.

Veganes Rührei/Rührtofu

Das braucht Ihr

  • 300 g Seidentofu
  • 1 El Öl
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Kala Namak (auch schwarzes oder indisches Salz genannt)
  • ½ Bund Schnittlauch oder Petersilie

So geht’s
Seidentofu in einer Schüssel mit Kurkuma und Salz mischen. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Seidentofu darin kurz anbraten. Mit den fein gehackten Kräutern garnieren. Fertig!

Übrigens: Kala Namak ist ein Gewürz aus der indischen Küche. Es erzeugt durch seinen geringen Schwefelanteil den typischen Eigeschmack.

Eiersalat

Das braucht Ihr

  • 75 g Nudeln
  • 180 g Kichererbsen
  • 1 Msp. Kurkuma
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1/2 Bund Schnittlauch
  • 110g Mayonnaise (selbst zubereitet)
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Mayonnaise:

  • 100 ml Sojamilch
  • 1 EL Aceto balsamico
  • 150 ml neutrales Pflanzenöl
  • ½ TL Senf (z. B. Dijon)
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

So geht’s
Nudeln weichkochen und kalt abschrecken. Zwiebel fein würfeln. Kichererbsen mit Kurkuma mit dem Stabmixer fein pürieren. Nudeln ebenfalls mit dem Stabmixer zerkleinern und mit dem Kichererbsenmus verrühren. Mayonnaise zubereiten: Sojamilch mit Aceto im Mixer auf mittlerer Leistung verrühren. Das neutrale Pflanzenöl langsam dazugeben und die Masse ca. 10 Sek. auf höchster Stufe mixen. Mit Senf, Pfeffer und Salz abschmecken. Die Mayonnaise mit der übrigen Masse verrühren, mit Salz, Pfeffer, schwarzem Salz und Schnittlauch würzen. Fertig!

Veganes Omelett

Das braucht Ihr

  • 400 g Seidentofu
  • 2 EL Hefeflocken
  • 2 EL Maisstärke
  • 2 EL Sojadrink
  • 2 EL Tahini (Sesammus)
  • ½ TL Kurkuma
  • ½ TL Knoblauchpulver
  • ½ TL Paprikapulver edelsüß
  • ½ TL Salz
  • 1 Prise Kala Namak
  • Öl zum Anbraten

So geht’s
Alle Zutaten gut miteinander vermischen. Öl in einer Pfanne erhitzen und nacheinander zwei Omeletts ausbacken. Die fertigen Omeletts mit frischen Kräutern garnieren. Fertig!

Tipp: Wahlweise könnt Ihr die Omelettmasse auch vor dem Ausbacken mit Erbsen, Zwiebeln, Spinat, Karottenraspeln oder Olivenstücken verfeinern. Oder Ihr gebt vor dem Stocken gedünstetes Gemüse oder gebratenen Räuchertofu auf die Omeletts.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Ausprobieren und einen guten Appetit!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/peredniankina

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Team von vegawatt
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