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Vegan gesund? Und wie!

Vegan gesund? Und wie!

Lebt es sich vegan gesünder? Natürlich, so unsere feste Überzeugung. Sonst würden wir es auch gar nicht machen. Allerdings solltet Ihr ein paar Dinge beachten.

Für uns gibt es wirklich viele Gründe Veganer zu sein. Angefangen hat sicherlich alles mit dem Bewusstsein, dass auf dieser Welt doch so einiges falsch läuft. Wer sich – wie wir – schon mal in eine Fleischfabrik begeben hat oder von Angesicht zu Angesicht erleben musste, wie tausende von Küken maschinell zerhackt werden, dem vergeht automatisch die Lust an Putenbrust oder Hähnchenkeule. Es sei denn, man ist mit einem unglaublich starken Verdrängungsapparat ausgestattet.

Inzwischen spielen aber nicht nur ethische Gesichtspunkte für uns eine Rolle, sondern auch Gesundheitsaspekte. Für manchen ist das jetzt vielleicht ein Widerspruch. Vegan? Das bedeutet doch Verzicht und Mangel, oder? Stimmt schon. Als Veganer gehen wir natürlich noch einen Schritt weiter als die Vegetarier. Wir verzichten nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf Eier, Milch, Käse oder Honig. Kurzum, auf alle Produkte, die in irgendeiner Form tierischen Ursprungs sind. Wenn wir uns für eine solch radikale Abkehr vom Mainstream entscheiden, dann ist uns auch bewusst, dass wir auf Unverständnis, Kritik und Ablehnung stoßen. Ist ja klar. Letztendlich stellen wir als Veganer schließlich damit direkt oder indirekt die Lebensweise aller anderen infrage.

Also werden Argumente gesucht, die gegen unser veganes Dasein sprechen. Die älteste aller Kernthesen der Nicht-Veganer lautete zumeist: „Ohne Fleisch und tierische Produkte kann der Mensch gar nicht überleben“. Inzwischen beweisen allerdings alleine in Deutschland ca. eine Million aktive Veganer das Gegenteil. Kommt als zweites Argument gerne hinterher: „Ja schon, aber gesund kann das Ganze ja wohl nicht sein.“ Stichwort „Mangelernährung“. Ihr findet in unserem Blog einen schönen Artikel, der den Verlauf einer solchen Diskussion anschaulich schildert: https://www.totalvegan.de/leben-veganer-gesuender-oder-doch-nicht

Wie inzwischen zahlreiche Studien belegen, ist allerdings sogar das Gegenteil der Fall. Veganer leben im Durchschnitt nicht nur wesentlich gesünder als Mischköstler. Mehr noch: Die vegane Ernährung hat zudem auch vorbeugende bzw. heilende Wirkung auf die wichtigsten typischen sogenannten Volkskrankheiten. Und das hängt wiederum ganz eng mit dem Thema Fleisch zusammen.

Alles ist besser als Fleisch

Nahrung ist Medizin – das hat schon vor fast zweieinhalbtausend Jahren der griechische Arzt Hippokrates festgestellt. Eine Erkenntnis, die heute wohl kaum noch bestritten wird. Umgekehrt gibt es aber eben auch Nahrung, die definitiv krankmacht. Für uns Veganer gehören Fleisch und Wurst da ganz sicher dazu. Was vor allem mit der Art und Weise der Herstellung, aber auch mit der Masse des Konsums zusammenhängt. Die Menschen essen einfach zu viel davon. Die Folgen: Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen, überhöhte Cholesterinwerte und Übergewicht.

Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien inzwischen denn auch belegen, sind Veganer und Vegetarier tatsächlich oft gesünder als Ihre Fleisch essenden Artgenossen. Wir weisen im Durchschnitt niedrigere Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte auf und wiegen weniger. Dadurch haben wir ein geringeres Diabetesrisiko und leiden außerdem wesentlich seltener an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Selbst bösartige Tumore, also Krebserkrankungen, scheinen bei fleischloser Kost wesentlich seltener aufzutreten. Als mögliche Ursachen gelten im Fleisch angereicherte Schadstoffe wie Dioxin und fleischeigene Stoffe wie der Blutfarbstoff Hämoglobin, der die Bildung schädlicher Stickstoffverbindungen verstärkt.

Veganer interessieren sich mehr für gesunde Ernährung

Der Verzicht auf Fleisch ist das eine. Es gibt aber natürlich noch einen anderen Aspekt, der dafürspricht, dass es sich als Veganer einfach gesünder lebt. Veganer sind in der Regel wohl einfach besser ausgebildet. Wir beschäftigen uns logischerweise mehr mit dem Thema Ernährung und achten deshalb auch besser auf unsere Gesundheit. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass es unter Veganern offensichtlich wesentlich weniger Raucher gibt, dass wir seltener Alkohol trinken und uns mehr bewegen als der normale Durchschnittsbürger.

Und da wir uns als Veganer in der Regel mehr mit Ernährung beschäftigen, sind auch die meisten von uns besser damit vertraut, wie ein ausgewogener und nährstoffreicher Speisplan auszusehen hat. Ist ja klar: Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, müssen wir Veganer uns einfach einiges Wissen über Nahrungsmittel und ihre Inhaltsstoffe aneignen. Und offensichtlich tun das auch die meisten von uns. (Genau wie Ihr – sonst wärt Ihr ja nicht auf unserem Blog gelandet).

Veganes JunkFood ist auch JunkFood

Wahr ist allerdings auch: Theoretisch können wir uns als Veganer genauso ungesund ernähren wie Mischköstler. Tatsächlich soll es auch einige JunkFood-Veganer geben, die sich primär mit Seitanwürstchen, Chips, Weißbrot, Sojapudding, süßen Softdrinks, veganen Torten, Eiscreme oder Bonbons vollstopfen. Das ist dann zwar alles vegan, aber eben auch alles andere als gesund. Wir haben bislang allerdings noch keinen kennengelernt, der sich ausschließlich auf diese Art der veganen Ernährung eingelassen hat.

Doch klar ist – natürlich ist vegan nicht per se gesund. Man muss schon auf die Inhalte achten. Denn gerade bei veganen Fertiggerichten und veganen Ersatzprodukten wie veganer Wurst, veganen Schnitzeln oder veganem Käse lohnt sich der Blick auf den Beipackzettel. Oft ist hier nicht nur eine übermäßige Menge an Salz, Zucker und Fett enthalten, sondern auch zahlreiche Farb- und Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel und Aromen, die als Geschmacksverstärker dienen. Unser Rat deshalb, Finger weg von allzu viel E1422, E200, E160a oder E331.

Vegan ernährt, gesund ernährt!

Worauf müssen wir als Veganer nun achten? Was gehört zu einer veganen gesunden Ernährung? In unseren Beiträgen Mineralquellen und Nährstoffe könnt Ihr ganz detailliert nachlesen, wie auch wir Veganer uns vernünftig mit den wichtigsten Mineralien, Vitaminen und Nährstoffen versorgen können. Deshalb an dieser Stelle nur noch eine kurze Zusammenfassung:

Da wir Veganer in der Regel viel Obst, Gemüse und zahlreiche Vollkornprodukte und Nüsse essen, sind wir mit den meisten Nährstoffen wie BetaCarotin, Vitamin C oder Folsäure meist deutlich besser versorgt als der Bevölkerungsdurchschnitt. Der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier oder Milchprodukte führt zwar grundsätzlich zu gewissen Defiziten bei Eisen, Kalzium und einigen essenziellen Fettsäuren. Der Bedarf lässt sich aber über pflanzliche Lebensmittel problemlos decken. Gute Quellen für Kalzium sind Sesam, Mandeln, Grünkohl, Rucola, Spinat, getrocknete Feigen, angereicherte Sojaprodukte und manche Mineralwassersorten. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D – also ganz einfach mit Sonnenlicht – verbessert zudem die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung.

Viel Eisen liefern zum Beispiel Linsen und Kichererbsen, getrocknete Aprikosen und Pfirsiche, Kürbiskerne oder Pistazien sowie Haferflocken, Hirse und das getreideähnliche Amarant.  Zudem lässt sich die Eisenaufnahme durch die Zufuhr von Vitamin C prima steigern. Also einfach einen Orangensaft oder Gemüsesaft zu den Linsen trinken.

Auch bei den Fettsäuren klettern wir Veganer auf der Gesundheitsleiter ganz nach oben. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in pflanzlichen Ölen, Walnüssen, Leinsamen und einigen Mikroalgen, die auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind. Mediziner empfehlen ansonsten für Veganer besonders den regelmäßigen Verzehr von Lein- und Rapsöl, um die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren zu verbessern.

Vitamin B12 Versorgung

Bleibt ein kleiner Wermutstropfen, den wir auch in den unterschiedlichsten Beiträgen bereits angesprochen haben – die Versorgung mit Vitamin B12. Tatsächlich kommt Vitamin B12 fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, hauptsächlich in Rinderleber, Käse und Eiern. Da Vitamin B12 aber wichtig für die Funktion des Nervensystems ist, müssen wir Veganer unseren Bedarf deshalb über Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel oder eine speziell entwickelte Vitamin B12 Zahncreme decken. Außerdem sollten wir regelmäßig beim Arzt unsere Vitamin B12 Werte messen lassen.

Schlank, schön, gesund und glücklich

Zu guter Letzt ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der für die These spricht, dass es sich vegan gesünder lebt. Die gesunde vegane Ernährung hält schlank. Damit kommt der vegane Lebensstil nicht nur dem heute vorherrschenden Schönheitsideal entgegen. Ein besserer Body Maß Index (BMI) wirkt sich selbstverständlich auch gesundheitsfördernd aus.

Grund dafür sind vor allem die höhere Versorgung mit Ballaststoffen sowie die geringere Fett- und Proteinaufnahme bei veganer Ernährung. Ballaststoffe regeln unsere Verdauung und schützen uns vor Verstopfungen oder Hämorrhoiden, da sie den Darm aktivieren. Ballaststoffe in größeren Mengen – wie sie eben in der veganen Küche vorkommen – senken zudem die Gefahr von Übergewicht und damit auch das Risiko von Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Darmkrebs sowie von einigen Stoffwechselstörungen. 

Kurzum: Es spricht eigentlich nichts gegen die eingangs formulierte These, dass wir uns als Veganer offensichtlich unter gesundheitlichen Aspekten vor keiner anderen Ernährungsweise verstecken müssen. Vieles spricht gar dafür, dass wir auch auf der Hitliste der gesündesten Ernährung ganz weit vorne mitspielen.

Eine gut geplante und vollwertige vegane Ernährungsweise kann sogar das Risiko für zahlreiche ernährungsmitbedingte Krankheiten verringern. Und was vor allem wichtig ist: Vegan leben macht viele von uns glücklich und zufrieden, weil wir mit unserem Gewissen im Reinen sind und das Tierwohl im Blick haben. Und glückliche Menschen sind ja bekanntlich seltener krank!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/SARINYAPINNGAM

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