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Totaler Quatsch oder nichts als die Wahrheit: die 10 großen Tofu-Mythen

Totaler Quatsch oder nichts als die Wahrheit: die 10 großen Tofu-Mythen

Schluss mit Behaupten oder Vermuten – wir bringen jetzt Licht ins vegane Tofu-Dunkel.

Über kaum etwas aus der veganen Küche kursieren so viele verschiedene Mythen, Vorurteile und Halbwahrheiten, wie über das Thema Tofu. Ist er nun gesund oder nicht, schadet er der Umwelt und hat er tatsächlich Einfluss auf unseren Hormonhaushalt? Immer wieder diskutieren wir diese Fragen auch beim Kochen mit Freunden oder müssen uns Fleischessern gegenüber verantworten. Deshalb haben wir einfach mal geschaut, was an den Tofu-Mythen eigentlich dran ist.

Mythos #1: Tofu schmeckt immer gleich.

Wer sowas behauptet, der hat absolut keine Ahnung von der Vielfalt, die der vegane Klassiker zu bieten vermag. Denn Tofu ist nicht gleich Tofu. Unser kulinarisches Chamäleon und wertvoller Eiweißlieferant kommt immer wieder anders daher. Als Seidentofu, weich und mit hohem Feuchtigkeitsgehalt, ist er dank seiner Konsistenz, die ein wenig an Pudding erinnert, ideal für vegane Nachspeisen, veganen Kuchen sowie Suppen oder Saucen. Als entwässerter und gepresster asiatischer Tofu, fühlt er sich ein bisschen wie frisches Fleisch an und wird in der Regel frisch oder gebraten gegessen. Als westlicher Tofu hat er eine leicht gummiartige Konsistenz, die sich gut schneiden lässt und bei uns üblicherweise als Fleischersatz zum Braten und Grillen angeboten wird. Als Räuchertofu besitzt er ein mildes Buchenholzraucharoma und schmeckt uns am besten als Topping im Salat. Als gefriergetrockneter Tofu hat er nach der Zugabe von Wasser eine schwammartige Konsistenz, die Ihr sicher aus der japanischen Miso-Suppe kennt. Also nix mit immer gleich: Tofu ist so vielfältig wie die vegane Küche selbst und die unterschiedlichen Sorten zu probieren lohnt sich.

Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #2: Tofu Essen schadet dem Regenwald.

Immer wieder hören wir von unseren nicht-veganen Freunden, dass Tofuessen verantwortlich für die Abholzung von Regenwäldern in Südamerika ist. Fakt ist: nur Bruchteile der Sojaernte werden überhaupt für die Produktion von Lebensmitteln wie Tofu oder Sojamilch verwendet. Der große Rest wird zu Viehfutter für die Massentierhaltung verarbeitet. Es sind also nicht die Veganer, die für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich sind, sondern die Konsumenten von konventionellem Fleisch, da für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch oder Käse ein Vielfaches an Futtermitteln erforderlich ist. Es ist also totaler Quatsch den Tofu im Bezug auf den Regenwald zu verteufeln und für die Perversion der Massentierhaltung verantwortlich zu machen. Zumal Soja für Lebensmittel mittlerweile auch längst in Deutschland und Österreich angebaut wird.

Wahrheitsgehalt: 5%.

Mythos #3: Tofu ist teuer.

Die Produktion eines Kilo Tofu ist weniger zeit-, arbeit- und rohstoffintensiv, wie etwa die Produktion von einem Kilo Fleisch. Trotzdem ist eine Veggie-Wurst teurer, als eine normale Wurst. Doch woran liegt das? Wer jetzt an eventuelle andere Zutaten und Inhaltsstoffe denkt, liegt völlig falsch. Der höhere Preis hat 2 Gründe: Zum einen ist die Fleischindustrie deutlich effizienter aufgestellt und kann aufgrund fragwürdiger Haltungsbedingungen, knüppelharter Niedriglöhne und einer hochautomatisierten Verarbeitung viele Kosten einsparen. Darüber hinaus wird die Tierindustrie auch noch über direkte Zuschüsse und Steuererleichterungen subventioniert. Wäre dem nicht so (und würde man auch mal die Kosten des Ressourcenverbrauchs hineinrechnen) sähe das Ergebnis ganz anders aus. Wir finden deshalb, dass Tofu preiswert im Sinne von „seinen Preis wert“ ist und Fleisch häufig einfach viel zu billig verschleudert wird.

Wahrheitsgehalt: 15%.

Mythos #4: Tofu ist ungesund.

Tofu enthält Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Folsäure plus eine ganze Reihe von Vitaminen. Tofu versorgt uns mit einer Menge Eiweiß, das tierischem Eiweiß sehr ähnlich ist und deshalb eine ideale Proteinquelle ist. Tofu hat kaum Kalorien, ist absolut frei von Cholesterin und extrem fettarm. Also wir finden, ungesund klingt dann doch irgendwie anders.

Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #5: Tofu verursacht Nierensteine.

Es gibt eine Internetgeschichte, die immer wieder von Fleischessern zitiert wird, sobald ein Stück Tofu auf dem Grill liegt. Der Story nach mussten einem Chinesen, der jeden Tag reichlich Tofu gegessen hatte, über 400 Nierensteine entfernt werden. Dafür kann aber unserer Meinung nach der Tofu nichts, weil jedes Lebensmittel, das im Übermaß konsumiert wird, irgendwann negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Wir verwenden Tofu in unserer veganen Küche mit Augenmaß und bringen ihn etwa 1 – 2 Mal pro Woche auf den Teller. Bisher ganz ohne negative Auswirkungen. Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #6: Tofu bringt die Hormone durcheinander.

In Soja stecken sogenannte Phytoöstrogene. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die so ähnlich wirken, wie Östrogen und bei Männern durch den Verzehr von Tofu zu einer Verweiblichung führen sollen. Da ich bei meinem Mann selbiges noch nicht feststellen konnte und sich hier auch die Experten einig sind (Phytoöstrogene sind in ihrer Wirkung wohl deutlich schwächer) denken wir: Quatsch mit Soja-Sauce.

Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #7: Tofu ist genmanipuliert.

Ui, mit dem Argument fahren Fleischesser das ganz harte Geschütz auf, den Leopard-Panzer der Argumentation sozusagen. Was stimmt: mit 90% ist der größte Teil des Sojas tatsächlich genmanipuliert. Dieses genverändere Soja wird jedoch nicht von uns Veganern gegessen, sondern indirekt von Fleischkonsumenten, da es ausschließlich im Tierfutter landet. Für die vegane Ernährung mit Produkten wie Sojamilch, Tofu, Sojajoghurt oder Tempeh wird es hingegen nicht verwendet: weder bei Bio-Produkten noch bei konventionellen Produkten. Tja liebe Fleischesser: klassisches Eigentor würden wir meinen.

Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #8: Tofu ist kein natürliches Nahrungsmittel.

Es gibt immer wieder Leute, die behaupten, Soja (und damit auch Tofu), wäre kein natürliches Lebensmittel für uns Menschen. Hm? Was ist denn dann mit Milch? Ist die nicht eigentlich für Kälber und Lämmchen gedacht (Hattet ihr schon mal eines auf dem Arm? Einfach süß!)? Keiner würde aber auf die Idee kommen, Milch als nichtnatürliches Lebensmittel zu bezeichnen. Warum denn dann bitteschön den Soja? Eine Pflanze? Hä?

Wahrheitsgehalt: 0%.

Mythos #9: nicht-fermentierte Soja-Produkte wie Tofu sind unverdaulich.

Jetzt kommt wieder das Ding mit der Verdauung. Na klar gibt es Leute, die von Tofu pupsen müssen. Es gibt aber auch Leute, die von Zwiebeln, Kohl, Lauch oder Äpfeln pupsen müssen. Keiner behauptet aber, dass alle diese Lebensmittel unverdaulich sind. Warum hat Tofu dann diesen Ruf? Ganz einfach: weil mal in einer mehr als fragwürdigen Studie herausgefunden wurde, dass ein Getränk aus Sojaproteinisolat und Zucker bei unterernährten Kindern zu schweren Verdauungsstörungen geführt hat. Aha. Was das jetzt mit Tofu zu tun hat, ist uns ein wenig schleierhaft. Wir jedenfalls verdauen unseren Tofu ziemlich gut. Wir haben allerdings auch schon von Freunden gehört, die damit Probleme haben, weil sie auf das im Tofu enthaltene Histamin reagieren. Das hat aber nichts mit dem Tofu allgemein zu tun, sondern mit der Verdauung jedes einzelnen selbst.

Wahrheitsgehalt: 5%.

Mythos #10: Asiaten essen gar kein Tofu.

Weil es nicht nur den einen Asiaten gibt, ist diese Behauptung natürlich totaler Blödsinn. Sicher gibt es Regionen in Asien, in denen Tofu weniger beliebt ist, als in anderen Regionen und dementsprechend dort weniger oder kaum gegessen wird. Außerdem essen Asiaten Tofu auch nicht täglich (außer natürlich der Chinese mit den Nierensteinen). Daraus aber abzuleiten, dass Asiaten gar keinen Tofu essen, halten wir für eine sehr gewagte These. Auf unseren Reisen durch Südostasien ist er uns jedenfalls recht häufig begegnet und war superlecker dazu.

Wahrheitsgehalt: 0%.

Wir hoffen, wir konnten Euch ein wenig erhellen und mit einigen der hartnäckigsten Vorurteile gegenüber des Tofus aufräumen.

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/naito8

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