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Quinoa Brot – Schon die Inkas wussten, was gut ist.

Vegan, glutenfrei und gesund. Quinoa ist „in“. Wir zeigen Euch, wie Ihr mit dem trendigen Superfood auch ein leckeres Brot backen könnt.

Neulich sprach uns ein Kollege in der Kaffeeküche an, weil er beobachtet hatte, wie wir gerade herzhaft in unsere Frühstücksbrote bissen. „Ach, Ihr Glücklichen“, erklärte er uns mit einem leicht verzweifelten Blick, „wie gerne würde ich jetzt mit Euch tauschen. Ich habe früher so gerne Brot gegessen. Aber jetzt wurde bei mir eine Glutenunverträglichkeit festgestellt. Da bin ich natürlich vorsichtig.“ Wir schauten verdutzt auf unsere veganen Frühstücksbrote und boten ihm spontan eines an. „Kein Problem“ versicherten wir ihm, „ist nämlich aus Quinoa.“ Da griff er zu. Denn Quinoa kannte er. Aber, dass man auch Brot daraus machen kann, wusste er offensichtlich nicht. Nun ja, er hat sogar mehrfach zugegriffen und wir mussten den Resttag mit knurrendem Magen verbringen. Aber, dies zumindest mit dem Gefühl, eine gute Tat vollbracht zu haben, die wir jetzt auch in unserem Blog verewigen können (Hi, hi, hi).

Quinoa ist in aller Munde

Als „Gold der Inkas“ wird sie bezeichnet, als glutenfreies „Superfood“ wird sie vermarktet, und 2013 wurde Quinoa gar zur „Pflanze des Jahres“ gekürt. Kaum ein Superlativ, der dieser schon vor Jahrtausenden entdeckten Wunderpflanze der Inkas nicht zugesprochen wird – und das durchaus zu Recht. Quinoa ist nicht nur wahnsinnig nährstoffreich. Quinoa bringt auch richtig Abwechslung in Eure vegane Küche. Immer nur Nudeln oder Reis essen, ist auf Dauer schließlich langweilig.

Wenn Quinoa genau genommen auch nicht wirklich ein Getreide, sondern eigentlich eine Pflanze ist, lässt diese sich trotzdem auch super zu Brot verarbeiten. Das ist nicht nur für Veganer eine tolle Sache, sondern auch für alle, die mit Glutenunverträglichkeit zu kämpfen haben. Quinoa ist nämlich vegan und glutenfrei.

Aber bevor wir Euch unser leckeres Brotrezept vorstellen, wollen wir zunächst noch ein paar Worte über Quinoa verlieren. Warum ist Quinoa so gesund? Was ist Quinoa überhaupt? Und wie steht es mit der Nachhaltigkeit? Denn, wenn eine Pflanze es schafft, in so kurzer Zeit einen so riesigen Hype um sich entstehen zu lassen, kommen natürlich immer auch ein paar Kritiker um die Ecke.

Quinoa – Gold der Inkas

Quinoa ist eine uralte einjährige Kulturpflanze und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Man kann auch die jungen Triebe und Blätter essen. Aber eigentlich sind es die Samen, die als Standardgericht einfach wie Reis gekocht oder wie Getreide verarbeitet werden.

Entdeckt wurde Quinoa vor über 6.000 Jahren in der Andenregion Südamerikas. Seitdem gehört das Korn in vielen südamerikanischen Ländern zu den Hauptnahrungsmitteln. In über 4.000 Metern Höhe gedeiht in der Regel nicht viel. Weder Weizen noch Mais wachsen hier wirklich. Die Quinoapflanze dagegen ist ziemlich robust und kommt auch mit dem rauen Klima und den kargen Böden der Anden zurecht.

Nun ja, wir wissen wie es mit den Inkas geendet hat. Auch ihren Nachfahren ging es leider nicht viel besser. Und daran waren die Europäer nicht ganz unschuldig. Um die einheimische Bevölkerung zu unterdrücken, verboten die spanischen Eroberer den in ihren Augen minderwertigen „Inkaweizen“ und stellten den Anbau gar zeitweise unter Todesstrafe. Ein Verbot, das jahrhundertelang andauerte. So blieb die Pflanze im Gegensatz zu Mais in Europa ziemlich lange unbekannt.

Das änderte sich erst Mitte der 1990er Jahre, als die NASA Quinoa als nährstoff- und energiereiche neue „Getreidesorte“ entdeckte und den Anbau förderte. Seither steigt die Nachfrage von Jahr zu Jahr, ebenso wie es die Anbauflächen in Peru, Bolivien und Ecuador tun.

Nährstoffreich und gesund – die vielen Vorteile von Quinoa

Die Inkas verehrten Quinoa als Wunderpflanze. Heute wissen wir warum. Denn Quinoa enthält unglaublich viele wichtige Nährstoffe in hoher Konzentration. Das macht Quinoa zu einem besonders gesunden Lebensmittel, das bestehende Krankheiten lindern hilft und so manches Leiden vorbeugen kann.

Für uns Veganer ist Quinoa vor allem eine exzellente Eiweißquelle. Da wir weder Milch, Käse, Butter noch Fleisch essen, können wir mit dem gesunden Eiweiß sehr gut unseren Tagesbedarf decken. Zudem enthält es viele wichtige Vitamine, essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Tryptophan oder Cystin und liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Außerdem ist Quinoa auch noch reich an Mineralstoffen, vor allem an Magnesium, Kalium und Kalzium. Nur mal so zum Vergleich: Quinoa enthält zum Beispiel doppelt so viel Protein, also Eiweiß, wie Reis.

Klingt schon fast wie der Beipackzettel eines Superfoods. Dementsprechend werden Quinoa auch wahre Wundertaten zugeschrieben: So hilft Quinoa zum Beispiel gegen Darmpilze, senkt den Blutzuckerwert und soll sogar erfolgreich Migräne und Kopfschmerzen bekämpfen. Und weil Quinoa auch schneller satt macht und den Cholesterinspiegel senkt, wird das Pseudogetreide auch gerne bei Diäten eingesetzt.

Zudem ist Quinoa auch noch basisch. Das bedeutet, die Pflanze hilft Übersäuerungen entgegenzuwirken und trägt damit zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung bei. Und wäre das alles noch nicht genug, sorgt Quinoa auch noch für gute Stimmung. Denn sie ist aktiv an der Bildung des Glückshormons Serotonin beteiligt. Dazu ist Quinoa auch noch – wie eingangs erwähnt – vollkommen glutenfrei und damit der ideale Getreideersatz für Menschen mit einer Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit.

Ja zu Quinoa – aber Fair Trade sollte es sein

Also, wo ist der Haken? Prinzipiell sind wir von Quinoa total überzeugt. Die Ökoaktivisten unter uns kritisieren allerdings die damit verbundenen Nachhaltigkeitsprobleme. Zum einen wird Quinoa importiert, d. h. wir haben es mit langen Transportwegen, also einer Klimabelastung durch Treibstoffe zu tun. Und wahr ist natürlich: Theoretisch kommt Ihr bei ausgewogener Ernährung mit regionalem Obst, Gemüse und Getreide auch auf Euren Tagesbedarf an allen wichtigen Nähr- und Mineralstoffen.

Zum anderen sorgt der hiesige Quinoaboom dafür, dass Quinoa als beliebtes Exportprodukt inzwischen für die Bevölkerung in den Anbaugebieten zu teuer geworden ist. Auch sind es wieder einmal nur wenige Menschen, die in Bolivien, Ecuador oder Peru an Quinoa verdienen. Bei den meisten Bauern kommt dagegen von den erhöhten Preisen kaum etwas an. Zudem ist es problematisch, dass die immer größeren Anbaugebiete die Ökosysteme der Anbauländer schädigen, weil dem Boden kaum noch Pausen gegönnt werden.

Deshalb solltet Ihr beim Kauf von Quinoa darauf achten, dass sie nachhaltig produziert und fair gehandelt wird. Bei uns kommt nur Quinoa in den Warenkorb, die ein Bio- und ein FairTradesiegel auf der Packung hat. Nur so könnt Ihr sichergehen, dass auch die Bauern der Anden in Peru und Bolivien einen fairen Preis bekommen und kein Raubbau mit der Natur betrieben wird.

Grundsätzlich verzichten würden wir auf Quinoa allerdings nicht. Denn sie ist nicht nur gesund, sondern auch noch lecker. Wovon Ihr Euch gerne mit unserem selbst gemachten veganen Quinoa-Brot überzeugen könnt.

Quinoa-Brot – lecker, locker, leicht und glutenfrei

Glutenfrei backen ist gar nicht so einfach. Gluten sorgt nämlich beim Backen dafür, dass Teige für Brot oder Kuchen nicht fest und klebrig, sondern locker und luftig werden. Da Quinoa das Gluten fehlt, haben wir deshalb für unser Rezept noch Reis- und Buchweizenmehl hinzugenommen, so wird das Brot von innen leicht fluffig und locker, die Kruste knusprig und der Glutengehalt ist trotzdem nahezu bei null.

Das braucht Ihr

  • 175 g Quinoa Mehl
  • 175 g Reismehl
  • 175 g Buchweizenmehl
  • 1 EL Flohsamenschalen
  • 1 TL Salz
  • 250 ml warmes Wasser
  • 1 TL Kokosblütenzucker
  • 1 1/2 TL Trockenhefe
  • 310 ml warmes Wasser
  • extra Sesamsamen

So geht’s

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben. Kokosblütenzucker und Trockenhefe mit 250 ml warmem Wasser mischen und 10 Minuten stehen lassen, bis es oben schaumig wird. Jetzt das Ganze mit den 310 ml warmen Wasser in der Schüssel mit den trockenen Zutaten ordentlich verrühren, bis ein zäher Teig entsteht. Die Brotform inzwischen mit Backpapier auslegen und ein paar Sesamsamen hineinstreuen. Nun den Brotteig in die Form geben und noch ein paar Sesamsamen obendraufstreuen.

Den Teig in einer warmen Ecke etwa eine Stunde lang gehen lassen. Hat er die gewünschte Höhe, kann er bei 200 Grad (Ober-, Unterhitze) ohne Vorheizen für ca. 15 Minuten backen. Wenn das Brot etwas braun wird, mit einem lose aufgelegten Stück Backpapier abdecken und für weitere 10 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn ein hineingestochener Schaschlikspieß sauber herauskommt. Jetzt noch etwas abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und die erste Scheibe am besten noch warm genießen.

Hmmmmm… wie das duftet. Was Ihr auf Eurem selbst gebackenen Brot futtert, ist Euch überlassen. Wir freuen uns aber jederzeit auf Eure Empfehlungen und wünschen Euch einen guten Appetit!

In veggies we trust!

Foto: iStock.de/Seagull_l

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