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Lupine – der Eiweißlieferant für Veganer

Lupine – der Eiweißlieferant für Veganer

Soja bekommt Konkurrenz: Lupinen sind der regionale vegane Eiweißlieferant!

Bekannt ist Lupineneiweiß schon lange – jetzt erobern aber langsam auch immer mehr Produkte aus dieser idealen pflanzlichen Eiweißquelle die Supermarktregale.

Immer noch wird ja über Soja und vegane Sojaprodukte viel gestritten und diskutiert. Schadet sein Anbau nun der Umwelt? Wie gesund ist Soja? Kann Soja die Eiweißversorgung von Veganern sicherstellen? Mit allen diesen Fragen sehen auch wir uns immer konfrontiert, wenn wir mit anderen über unsere vegane Ernährungsweise sprechen. Da wird es also eigentlich langsam Zeit, sich auch mal nach einer Alternative umzuschauen. Gucken muss man dabei übrigens gar nicht so weit: Direkt vor unserer Nase wächst und gedeiht eine 1a-Protein- und Eiweißquelle. Die Lupine.

Direkt aus der Region: Lupineneiweiß

Lupinen kennt man schon ganz lange, erwähnt wurden sie bereits in über 3.000 Jahre alten Schriften. Lupinen gehören zur gleichen Pflanzengattung wie Erbsen, Kichererbsen und Erdnüsse. Ihr Problem: Früher enthielten die Samen der Lupinen einen giftigen Bitterstoff, das Lupinin, das die Atmung lähmen kann. Züchtern ist es aber zum Glück in den 1930er Jahren gelungen, diesen Stoff so wie einige andere Alkaloide aus der Pflanze heraus zu züchten. Das Ergebnis sind die Süßlupinen, die nicht etwa, wie ihr Name vermuten lassen würde, süßlich schmecken – dieser Züchtung fehlt vielmehr einfach nur der gefährliche und schwer verdauliche Bitterstoff.

Zum Ende der Blüte hängen an den Pflanzenstängeln knapp 3 bis 7 Zentimeter lange Hülsen, welche die nierenförmigen Samenkörner enthalten. Angebaut werden Lupinen heute übrigens deutschlandweit nahezu überall dort, wo die kräftigen und bis zu 1,5 Meter langen Wurzeln der Pflanze auf gute Bedingungen treffen. Womit wir auch schon beim ersten Vorzug der Lupinen wären: Im Gegensatz zum Soja kommt dieser vegane Eiweißlieferant meist direkt aus der Region und wird häufig sogar auch im Bio-Standard angebaut. Doch was steckt denn nun eigentlich drin in den Lupinen? Und: Ist der Eiweißgehalt ganz genau so hoch, wie der von Soja? Das schauen wir uns jetzt einmal an.

Lupinen überzeugen mit einem guten Eiweiß-Vitamin-Mineralstoff-Mix

Na also: Wir Veganer können uns scheinbar doch auch ganz bequem mit heimischem Eiweiß versorgen. Denn Lupinen enthalten besonders viel davon und ziehen damit locker mit der Sojabohne gleich. Neben dem hohen Eiweißgehalt überzeugen Lupinen aber auch noch mit einer ganzen Reihe wertvoller Inhaltsstoffe. So enthalten Lupinen alle essenziellen Aminosäuren plus zusätzlich noch die Vitamine A und B1 sowie Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen.

Lupinen im Vergleich zu Soja

  • Vergleichbarer Eiweißgehalt
  • Niedrigerer Fettanteil
  • Mehr Ballaststoffe
  • Reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren

Gar nicht mal so schlecht finden wir. Für alle, die es nicht wissen: Essenzielle Aminosäuren sind lebensnotwendige Bausteine der Proteine und müssen von uns mit der Nahrung aufgenommen werden, da unser Körper sie nicht selbst bilden kann. Fehlen in unserer Nahrung davon welche, kann das einen negativen Einfluss auf unsere Körperfunktionen haben. Aber wie gesagt: Wer Lupinenprodukte auf seinen Einkaufszettel schreibt, ist hier auf der sicheren Seite. Apropos Einkaufszettel: Was genau bekommt man denn eigentlich an Nahrungsmitteln, die Lupineneiweiß enthalten – und wo genau? Um das herauszufinden, sind wir einmal durch die Stadt gezogen und haben uns beim veganen Shop unseres Vertrauens sowie in Naturkostläden und Reformhäusern ein wenig umgeschaut. Unser Fazit: Man findet Lupinenprodukte – und es werden zum Glück auch immer mehr.

Lupinen sind unheimlich vielfältig

Aus Lupinen lässt sich fast alles machen, was das vegane Herz begehrt. Mit Wasser zu einem Drink verarbeitet, wird aus Süßlupinensamen ein toller Milchersatz. Aber auch Brote werden unter der Zugabe von Lupinenschrot gebacken und punkten dadurch mit einem besonders hohen Eiweißgehalt. Lupinen finden sich aber auch immer mehr in veganen Fertigprodukten wie rein pflanzlichen Schnitzeln, Burgern, Gyros und ähnlichem Fleischersatz. Ganz besonders spannend fanden wir Kaffee aus Lupinen. Ehrlicherweise müssen wir zugeben, dass wir uns da aber nicht ran getraut haben und deshalb auch nicht sagen können, wie der wohl schmeckt. Hat einer von Euch das vielleicht schon mal probiert? Lupineneiweiß aus isoliertem Lupinenprotein kommt darüber hinaus auch in Joghurts, Saucen, Brotaufstrichen und Eis zum Einsatz. Unser Favorit beim Store-Check war aber die Pasta mit Lupineneiweiß: lecker und eine gute Nebenbei-Eiweißquelle für die vegane Küche. Gemahlene Lupinen könnt Ihr aber auch ganz pur kaufen: als Mehl, das ein guter Ersatz für Ei ist und auch zum Backen verwendet werden kann.

Kleiner Wermutstropfen für Allergiker

Wie wir bereits ganz zu Anfang unserer Lupinenreise schon vermutet hatten: Da Lupinen zur selben Familie gehören wie die Erdnüsse, besitzen auch sie allergenes Potential. Erdnussallergiker sollten also bei Lupinenprodukten besser vorsichtig sein und mit Lupinen angereicherte Produkte besser meiden. Das gelingt in der Regel aber recht gut, da alle enthaltenen Lupinenbestandteile in der EU mittlerweile vollständig gekennzeichnet werden müssen.

Fassen wir also einmal zusammen: hoher Eiweißgehalt, viele Mineralstoffe und Vitamine, niedriger Fettanteil und alle essenziellen Aminosäuren plus ein regionaler Anbau (meist übrigens Bio!) ohne Einsatz von Gentechnik oder Regenwaldrodungen – also wir finden, dass Lupineneiweiß eine echte Alternative zu Eiweiß aus Soja ist. Oder wie seht Ihr die Sache?

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/nataliaspb

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