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Lieblingslecker, Teil 13: Selbstgemachte Cashewbutter!

Ob zum Frühstück oder Abendbrot, Cashewbutter ist superlecker und schmeckt zu süß genauso wie zu salzig. Hier findet Ihr nützliche Tipps zum Selbermachen.

Neulich erklärte uns eine gemeinsame Bekannte, dass sie es sich ja durchaus vorstellen könnte, als Vegetarierin zu leben. Ohne Fleisch und Wurst könnte sie ohne Probleme auskommen. Aber worauf sie so gar nicht verzichten möchte, wären Milch, Käse und schon gar nicht Butter. Schließlich könne doch so ein Butter-Marmeladenbrötchen auch keine Sünde sein. Statt ihr nun einen langen theoretischen Vortrag über Massentierhaltung und die ökologischen und ökonomischen Verrohungen in diesem Zusammenhang zu halten, entschlossen wir uns lieber, sie zu einem gemeinsamen veganen Frühstück bei uns einzuladen.

Dort kredenzten wir ihr neben veganen Milch- und Käsealternativen auch diverse selbst gemachte Brotaufstriche. Einige der Rezepte dazu findet Ihr in unserem Artikel zu diesem Thema. Doch worauf unsere Bekannte überraschenderweise total abgefahren ist, war unsere selbst gemachte Cashewbutter, natürlich vegan und glutenfrei. Ihr spontanes Urteil: „So etwas Leckeres habe sie ja noch nie im Leben gegessen.“ Dabei mussten wir sie zunächst mindestens zwei- bis dreimal dazu auffordern, die Cashewbutter überhaupt zusammen mit unserer selbst gemachten Marmelade zu probieren.

Kein Wunder. Schließlich erwartet der unbefleckte Genießer bei Cashewbutter vom Geschmack her wohl etwas Ähnliches wie Erdnussbutter. Denn mag Erdnussbutter in Amerika auch so etwas wie eine Nationalspeise sein, so ist der harte Kern an Erdnussbutter-Fans hierzulande recht überschaubar. Zum einen, weil sie zunächst recht trocken und salzig schmeckt. Zum anderen, weil wir sie meistens pur aufs Brot genießen.

Tatsächlich essen viele Amerikaner aber die Erdnussbutter mit Marmelade. Was wir Euch übrigens auch nur wärmstens empfehlen können. Noch besser allerdings finden wir – genau wie unser Frühstücksgast – die Cashewbutter-Variante. Warum? Cashews sind ein wenig feiner, deshalb hat die Cashewbutter einen cremigeren, butterigen und nicht ganz so intensiven Geschmack wie Erdnüsse. Manche Veganer behaupten gar, sie würde sie im Nachgeschmack an Käse erinnern. Zudem enthält die Butter viel Protein und ungesättigte Fettsäuren, weshalb sie ein idealer gesunder Energiesnack ist. Und als süßer veganer Brotaufstrich ist Cashewbutter auf jeden Fall der Hit.

Grund genug Euch heute ein recht einfaches Rezept zu verraten, wie Ihr Cashewbutter mit nur wenigen Zutaten selbst machen könnt. Für die Zubereitung müsst Ihr allerdings eine ordentliche Portion Geduld und vor allem einen belastungsfähigen Starkmixer mitbringen.

Was sind überhaupt Cashews?

Vorab noch ein paar Infos zur Cashew an sich. Beginnen wir mal mit einem grundsätzlichen Unterschied zur Erdnuss. Erdnüsse wachsen am Boden. Cashews genau wie Walnüsse und Haselnüsse dagegen auf Bäumen. Genau genommen sind Cashews auch keine Nüsse, sondern die Kerne der Cashewäpfel. Weil sie aber wie Nüsse schmecken und auch so aussehen, bezeichnet man sie eben als Nüsse. Ursprünglich kommen sie eigentlich aus Brasilien. Inzwischen werden sie wegen ihrer großen Beliebtheit aber auch in vielen Tropenregionen Westafrikas oder Südostasiens angebaut.

Prinzipiell könnt Ihr Cashewbutter natürlich auch im Bioladen oder veganen Supermarkt kaufen. Wir empfehlen sie allerdings selbst zu machen. Erstens kommt Ihr damit auf jeden Fall günstiger weg. Zweitens könnt Ihr sie dann auch ganz nach Eurem Geschmack durch Zugabe von Ahornsirup, Zimt, Vanillepulver oder Oregano und Chiliflocken entweder Richtung süß oder herzhaft trimmen.

Cashewbutter selber machen – los geht’s

Bevor Ihr Eure Cashewnüsse zu Butter macht, solltet Ihr die Nüsse allerdings zuerst in Wasser einweichen. Denn rohe Cashewnüsse enthalten viel Phytinsäure und Enzymhemmer, was zu Verdauungsproblemen führen kann, wenn man zu viele davon isst. Wenn Ihr die Cashewkerne für einige Stunden in Wasser einweicht, neutralisiert Ihr damit die Phytinsäure und erhöht zudem den Nährstoffgehalt der Nüsse.

Zum Einweichen einfach eine Schüssel mit Wasser füllen, bis die Nüsse komplett bedeckt sind und ein bis zwei Teelöffel unraffiniertes Salz dazugeben. Dann die Schüssel abdecken und etwa zwei bis drei Stunden lang stehen lassen. Anschließend mit kaltem Wasser abspülen, bis alle Salzrückstände weg sind und dann trocknen lassen.

Was Ihr jetzt auf jeden Fall braucht, ist eine Küchenmaschine oder einen starken Mixer. Mit einem einfachen Stabmixer werdet Ihr es wohl nicht schaffen, die Cashews zu Butter zu zermalmen. Selbst Eurem starken Mixer empfehlen wir immer mal wieder eine kurze Pause zu gönnen, damit er nicht überhitzt. Und solltet Ihr selbst nicht über so ein Gerät verfügen, dann raten wir bei Bekannten oder Verwandten zu fragen – optimalerweise kennt Ihr ja jemanden mit einem echten Hochleistungsmixer. Dann geht das Ganze sogar ratzfatz.

Was Ihr zudem noch gut gebrauchen könnt, ist ein Stößel oder ein Handschaber, damit Ihr die Cashews die sich ganz gerne oberhalb des Messers an den Wänden des Mixers ablagern, mit dem Stößel wieder nach unten drücken und zermalmen könnt.

Das braucht Ihr

  • 400 g Cashews
  • 1 Prise Salz

Optional und je nach Geschmack:

  • Vanille, Chili oder Zimt

So geht’s

Die Cashews in eine große Pfanne ohne Fett geben und bei niedriger-mittlerer Temperatur von allen Seiten anrösten, bis sie leicht goldbraun sind. Aufpassen: Bei zu hoher Hitze droht die Gefahr, die Nüsse zu verbrennen. Jetzt die Cashews ausreichend abkühlen lassen.

Anschließend die Cashews in die Küchenmaschine oder den Hochleistungsmixer geben. Auf höchste Stufe schalten und so lange pürieren, bis sich eine buttrige Masse bildet. Damit sich die Küchenmaschine nicht überhitzt, jeweils nach ca. 2 – 3 Minuten eine kleine Pause zum Abkühlen einlegen. Schabt in der Zeit die Seiten der Schüssel ab. Der Stößel hilft Euch dabei, die Masse in das Rotationsmesser des Mixers zu drücken. Nach insgesamt 15 – 20 Minuten sollte die Butter fertig sein.

Sobald die Masse die gewünschte Konsistenz hat, könnt Ihr noch eine kleine Prise Salz dazugeben. (Optional auch Vanille und Zimt oder für die scharfe Variante Chili). Ist die Masse fertig, einfach in ein Glas abfüllen.

Die Cashewbutter solltet Ihr im Kühlschrank aufbewahren und möglichst innerhalb einer Woche verbrauchen. Cashewbutter ist übrigens nicht nur ein leckerer veganer Brotaufstrich. Ihr könnt sie auch zum Backen, zum Beispiel für Cookies oder zum Kochen benutzen. Wir verwenden sie zum Beispiel auch gerne als Nussaroma in indischen, thailändischen, chinesischen oder westafrikanischen Gerichten, insbesondere für Currys, Frühlingsrollen oder Suppen. Oder wie eingangs erzählt, um Freunde und Bekannte bei einem Frühstück von der leckeren veganen Küche zu überzeugen.

Probiert es am besten selbst aus. Wir sind gespannt auf Euer Feedback.

In veggies we trust!

Foto: iStock.de/bhofack2

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