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Leckere Alternativen für Kuhmilch: Leinsamenmilch und Co.

Leckere Alternativen für Kuhmilch: Leinsamenmilch und Co.

Vegane Milch ist mehr als der Klassiker Sojamilch! Wir geben Euch einen kurzen Überblick über die Vielfalt und liefern Euch leckere Rezepte zum Selbermachen.

Während den meisten Veganern der Verzicht auf Fleisch mehr oder weniger einfach fällt, handelt es sich bei der Milch im Kaffee fast schon um ein Heiligtum. Daher, das kennt Ihr sicher auch, ist bei angehenden Veganern häufig eine der ersten Fragen: „Kann ich meinen Kaffee jetzt nur noch schwarz trinken?“ „Was? Nie wieder Cappuccino?“

Aber gerade im Bereich der veganen Milch hat sich neben dem Klassiker Sojamilch inzwischen eine derart breite Auswahl entwickelt, dass jeder angehende Veganer erst einmal vor der Aufgabe steht, sich durch das wirklich tolle Angebot an leckeren und gesunden Alternativen aus pflanzlichen Bestandteilen durchzuprobieren, um sein Lieblingsprodukt bzw. seine Lieblingsmischung herauszufinden. Denn auch hier gilt: Geschmäcker sind verschieden! Aus unserer eigenen Erfahrung heraus können wir Euch nur empfehlen, auch wenn Euch die ersten Varianten nicht zusagen sollten, weiter zu testen, bis Ihr Euren Favoriten gefunden habt! Denn schmeckt Euch erst einmal Euer Lieblingskaffee mit veganer Milch, sei es klassischer Kaffee, Milchkaffee oder Cappuccino aber auch ein Chai Latte, dann ist das schonmal die halbe Miete. Denn frei nach dem Motto „Liebe geht durch den Magen“ sind wir mit der Wahl der richtigen pflanzlichen Milchalternative auch emotional in der bewusst gewählten neuen Lebensführung angekommen.

Vielfältige Auswahl – unterschiedliche Pflanzenbasis

Vegane Milch, eigentlich ein verbotenes Wort; denn rechtlich gesehen darf in Deutschland nur als „Milch“ bezeichnet werden, was aus einem Euter kommt. Daher wird der pflanzliche Milchersatz als „Drink“ ausgewiesen. Dies bedingt auch nebenbei die unterschiedliche Besteuerung der pflanzlichen Alternativen: Milch wird als Grundnahrungsmittel mit 7 % besteuert, die veganen Alternativen als Genussmittel dagegen mit 19 %.

Pflanzendrinks sind eine Alternative zu Kuhmilch für uns Veganer, aber auch für Menschen mit Laktoseintoleranz und Kuhmilchallergiker. Sowohl in ihrem Erscheinungsbild als auch von den Einsatzmöglichkeiten besteht Ähnlichkeit zur Kuhmilch.

Sie können neben Wasser aus folgenden Grundlagen bestehen:

  • Nüssen und Kernen, wie Mandeln, Kokosnuss und Macadamia
  • Hülsenfrüchten wie der Sojabohne und den Lupinen
  • Getreide wie Reis, Mais, Dinkel und Hafer sowie
  • Körnerfrüchten, sog. Pseudogetreide wie Buchweizen oder Amaranth

Von den Herstellern werden diese Mischungen homogenisiert und zur Haltbarmachung erhitzt.
Was die tatsächliche Qualität der Drinks betrifft, so können diese je nach Hersteller recht unterschiedlich sein. Der Hauptgrund: Zusatzstoffe, Aromen, Zucker, Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen und Konservierungsmittel. Hier seid Ihr gefordert, Euch wie so häufig mit der Nährwertkennzeichnung auseinanderzusetzen und Produkte zu vergleichen. Daher ist Selbermachen der leckeren veganen Drinks unserer Meinung nach die bessere Alternative. Denn dann habt Ihr ganz sicher den Überblick, was Ihr drin haben wollt!

Bevor wir Euch in die Küche entlassen, wollen wir Euch die Angebotsvielfalt kurz umreißen und Euch dann mit ein paar leckeren Rezepten versorgen:

Sei den 90er Jahren hat sich das Angebot an Sojamilch und den diversen Varianten stark erweitert. Inzwischen bekommt Ihr sie nicht mehr nur in Reformhäusern, sondern auch im Supermarkt, im Drogeriemarkt und sogar beim Discounter.

Sojamilch

Wird aus Sojabohnen hergestellt und kann Kuhmilch komplett ersetzen. Sie ist vielfältig einsetzbar, eignet sich zum Backen, Kochen und auch im Kaffee, denn Ihr könnt sie sogar aufschäumen. Und sogar Ihr Eiweißgehalt ähnelt dem der Kuhmilch.
Das Argument, dass für den Anbau von Soja der Regenwald abgeholzt wird, ist richtig. Aber der Großteil der Sojaproduktion wird als Tierfutter verwendet. Außerdem gibt es ein immer größeres Angebot an Bioqualität oder aus regionalem oder zumindest europäischem Anbau.

Reismilch

Schmeckt neutral, hat eine leicht wässrige Konsistenz und ist für Allergiker geeignet. Sie enthält von Natur aus weniger Nährstoffe und wird häufig mit Mineralien und Vitaminen angereichert. Eignet sich zum Kochen und Backen, aber auch im Müsli, häufig in Verbindung mit Kokos und Mandeln.

Mandelmilch

Gilt als gut bekömmlich und ist reich an ungesättigten Fettsäuren und dient als Quelle für Ballaststoffe. Sie ist eher süß und hat einen nussigen Geschmack. Sie galt schon im Mittelalter als Alternative zur Kuhmilch.
Auch hier solltet Ihr auf den Kauf von Bio- oder Fair-Trade-Produkten achten, da die Mandelproduktion gekennzeichnet ist von hohem Wasserverbrauch, langen Transporten und nicht tiergerechtem Umgang mit Bienenvölkern zur Befruchtung in Kalifornien.

Kokosmilch

Wird schon lange in der asiatischen Küche eingesetzt. Sie hat einen fruchtig-nussigen Geschmack und ist reich an gesunden Fettsäuren, Magnesium und Kalium und verleiht Gerichten ein exotisches Aroma.

Hanfmilch

Sie ist sehr gesund und enthält viele Omega-3-Fettsäuren. Sie schmeckt leicht süß und nussig und wird hauptsächlich in Biosupermärkten oder Reformhäusern verkauft.

Hafermilch

Sie wird bei der industriellen Fertigung aus entspelztem Hafer gewonnen. Sie hat cholesterinsenkende Eigenschaften.

Dinkelmilch

Ist relativ süß und eignet sich daher für Nachspeisen oder zum Backen. Sie ist eher etwas nährstoffarm.

Haselnussmilch

Verfügt über ein nussiges, süßes Aroma, ist etwas dunkler und eignet sich zum Verfeinern von Süßspeisen. Sie enthält B-Vitamine, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.

Lupinenmilch

Ist noch recht neu auf dem Markt. Sie wird in Europa angebaut und benötigt nur wenig Wasser und Dünger. Dafür zeichnet sie sich aus durch sehr viel hochwertiges Eiweiß und ist frei von Gluten, Laktose, Milcheiweiß und Sojaprotein. Mehr über Lupinen findet Ihr in unserem Blog.

Cashewmilch

Hat einen leicht nussigen Geschmack und eignet sich zum Kochen und Backen.

Macadamiamilch

Hat einen recht hohen Fettgehalt aus gesunden ungesättigten Fettsäuren. Sie wird ebenfalls zum Kochen und Backen genutzt.

Hier zwei wirklich schnelle Rezepte für Leinsamenmilch:

Leinsamenmilch

Das braucht Ihr

  • 40g Leinsamen
  • ½ Liter Wasser

So geht’s
Leinsamen und Wasser in einen Standmixer geben und ca. eine Minute gut mischen. Dann kurze Pause einlegen. Danach nochmals auf hoher Stufe gut durchmixen. Im Anschluss den Mix durch ein Tuch pressen oder durch ein sehr feines Sieb, damit keine Rückstände verbleiben. Die fertige Leinsamenmilch könnt Ihr in einem Krug im Kühlschrank ca. 3 Tage aufbewahren. Vor jedem Gebrauch gut schütteln! Fertig!

Tipp: Pur ist die Milch etwas bitter, Ihr könnt sie aber nach Belieben süßen oder weiterverarbeiten. Wenn Ihr sie cremiger mögt, dann verwendet einfach weniger Wasser.

Leinsamen-Kokosnuss-Haferflockenmilch

Das braucht Ihr

  • 1/3 Tasse Leinsamen
  • 1/3 Tasse Kokosflocken
  • 1/3 Tasse Haferflocken
  • 4 Tassen Wasser

So geht’s
Die Zutaten in den Mixer geben und mit dem Wasser auffüllen. Auf höchster Stufe etwa 30 Sekunden pürieren. Dann durch ein feinmaschiges Nussmilchnetz abgießen. Die Milch nach dem Mixen sofort weiterverarbeiten und in eine Flasche füllen, da sie sonst klebrig wird. Aufbewahrung ca. 1 Woche im Kühlschrank. Fertig!

Und zum Schluss noch eine leckere Mandelalternative, für deren Zubereitung Ihr ein bisschen mehr Zeit braucht:

Gebrannte Mandelmilch

Das braucht Ihr

  • 1 Tasse Mandeln
  • 4 Tassen Wasser
  • 1 Dattel (optional für Süße)

So geht’s
Die Hälfte der Mandeln 5–10 Minuten bei 200 Grad im Ofen rösten. Anschließend alle Mandeln mindestens 4 Stunden bzw. über Nacht in Wasser einlegen und in den Kühlschrank stellen. Danach das Wasser abgießen, Dattel halbieren und entsteinen und gemeinsam mit den Mandeln in den Mixer geben. Mit 4 Tassen frischem Wasser aufgießen. Mixer für 1 Minute auf höchster Stufe einschalten, bis das Wasser weiß wird. Durch ein feinmaschiges Nussmilchnetz abgießen. Die Milch in eine Flasche füllen und im Kühlschrank lagern.

Tipp: Ihr könnt für einen sehr milden Geschmack auch ungeröstete Mandeln verwenden. Oder Ihr röstet für ein intensiveres Nussaroma alle Mandeln. Ihr könnt auch eine Hälfte der Mandeln durch Cashewnüsse ersetzen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Gelingen!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/a_namenko

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