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Kokoswasser – nur ein Trendgetränk für Veganer?

Kokoswasser – nur ein Trendgetränk für Veganer?

Wir gehen dem Mythos des veganen Superfoods auf den Grund und verraten Euch, was am angesagten isotonischen Durstlöscher wirklich dran ist.

Wenn man das Wort „Kokoswasser“ hört, denkt man als erstes an ein Trendgetränk, das von Promis landauf landab geschlürft wird, und mittlerweile Kultstatus wegen seiner zahlreichen Wunderwirkungen genießt. Weil wir uns aufs Hörensagen aber immer so ungern verlassen, haben wir uns mal ein wenig schlau gemacht.

Die gute Nachricht gleich mal zuerst: Kokoswasser ist keine Erfindung der Superfood-Industrie, sondern wird in den Anbauländern der Kokosnüsse schon seit Jahrhunderten als Trinkwasserersatz verwendet und deshalb dort auch traditionell als Streetfood angeboten. Vor allem auf den vielen kleinen Inseln ohne eigene Wasserquellen sind die Nüsse unverzichtbar und werden zwingend zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs benötigt. Kokoswasser ist also ein uraltes und rein veganes Lebensmittel, das es aber erst in der letzten Zeit als Trendgetränk auch zu uns geschafft hat.

In einer Zeile des Songs Cocanut Woman von Harry Belafonte (ruhig mal reinhören, macht super gute Sommerlaune) heißt es vielsagend: „Get your coconut water, man, it’s good for your daughter“. Ob dem auch wirklich so ist, das schauen wir uns jetzt einmal etwas genauer an.

Was genau ist Kokoswasser und was steckt da drin?

Kokoswasser stammt aus noch unreifen grünen Kokosnüssen. Es ist klar und erinnert in der Tat an ganz normales Trinkwasser, obwohl die Konsistenz vielleicht einen Hauch dickflüssiger ist. Vom Geschmack her würden wir sagen: Säuerlich-süßlich und (gut gekühlt) sehr erfrischend. In den Anbauländern wird Kokoswasser meist direkt aus der Kokosnuss getrunken. Dazu wird mit einem scharfen Messer der obere Teil der Nuss geöffnet und die Nuss direkt als Trinkgefäß verwendet. Sehr praktisch und vor allem umweltfreundlich in Hinblick auf das Thema Verpackungsmüll. Bei uns bekommt man Kokosnusswasser leider überwiegend in Einwegflaschen oder Tetrapacks (beides nicht so umweltfreundlich) – obwohl man mittlerweile auch die frischen grünen Nüsse im gut sortierten Obst- und Gemüsehandel oder in Bioläden findet.

Im Vergleich zu Trinkwasser, das völlig frei von Kalorien ist, hat Kokoswasser schon ein paar davon, wenn auch nur sehr wenige: pro 100 ml etwa 24 kcal. Darüber hinaus enthält es knapp 5 g Kohlenhydrate, 0,5 g Fett und ca. 0,25 g Eiweiß. Alles absolut keine hohen Werte, die uns von einem Verzehr abhalten sollten. Nicht mal dann, wenn wir uns selbst auf strenge Diät gesetzt haben. Übrigens: Es soll immer noch Leute geben, die Kokoswasser mit Kokosmilch verwechseln. Deshalb hier an dieser Stelle folgender Hinweis: Kokosmilch ist die weißliche Flüssigkeit der reifen Kokosnuss (das sind die verschrumpelten braunen Nüsse) und zwar lecker, aber eben nicht besonders kalorienarm.

So, woher hat Kokoswasser denn nun den Ruf des Superfoods? Worauf stützt sich der Mythos ewiger Jugend bei seinem Genuss? Ganz einfach: im Gegensatz zu normalem Wasser kommt Kokoswasser mit jeder Menge Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen daher. Aus der Gruppe der B-Vitamine sind das die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6, B7 und B9. Darüberhinaus enthält Kokoswasser Vitamin C und Folsäure sowie zahlreiche für den menschlichen Körper wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Chlor, Magnesium, Natrium, Phosphor und Schwefel. Neben Eisen findet sich zudem auch Spurenelemente wie Jod, Kupfer, Mangan und Zink im Wasser der Nuss. Viel Positives drin, kaum Negatives: Damit dürfte dann auch die Frage geklärt sein, warum Kokoswasser so einen ausgezeichneten gesunden Ruf nicht nur unter uns Veganern hat. Wovon wir uns jedoch verabschieden müssen, ist der Gedanke mit Kokoswasser ein isotonisch wirkendes Getränk zu uns zu nehmen. Denn mit nur 0,1 Gramm Salz pro 100 ml ist sein Salzgehalt dafür viel zu niedrig. Gesund ist Kokoswasser aber trotzdem – und wie!

Wie gesund ist Kokoswasser?

Schlankmacher, Sportlerdrink, Schönheitswasser, Anti-Aging-Drink, vegane Energiequelle – dem Kokoswasser sagt man unzählige wundersame Wirkungen nach. Mit einer davon können wir an dieser Stelle schon mal aufräumen: wer wirklich abnehmen möchte, ist mit Wasser als Durstlöscher sicher besser bedient (siehe oben). Aber die vielen anderen Mythen, die sich um das leckere vegane Südseewasser ranken, sind ja auch ganz spannend.

Kokoswasser ist gut für Sportler.

Scheint zu stimmen. Denn aufgrund seines hohen Kaliumgehalts steht es künstlichen Sportlergetränken in nichts nach. Zudem glänzt es mit einem mehr als beachtlichen Mineralstoffmix aus Calcium, Magnesium und Natrium.

Deshalb: Daumen hoch!

Kokoswasser ist gut für Haut und Haare.

Scheint wohl auch zu stimmen, da Kokoswasser viele wichtige Antioxidantien enthält, die die Regeneration der Zellen fördern. Der Effekt bei höherem Konsum: ein frischerer Teint und eine gesunde Haarstruktur.

Deshalb: Daumen hoch!

Kokoswasser hat eine Anti-Aging-Wirkung.

Dieser Mythos beruht auf den darin enthaltenen Cytokinine, die eine multiple Wirkung auf Wachstum und Entwicklung haben. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht.

Deshalb: Daumen runter!

Kokoswasser schützt das Herz.

Auch hier scheint wieder viel Wahres dran zu sein. Denn wenn Ihr Euch mal Kokoswasser aus den USA anschaut, ist darauf groß der (von der amerikanischen Gesundheitsbehörde genehmigte) Satz „Kann das Risiko von Bluthochdruck senken” zu lesen. Darüber hinaus haben Tests ergeben, dass Kokoswasser in den Arterien vorhandene Ablagerungen reduzieren kann und sich so positiv auf das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko auswirkt.

Deshalb: Daumen hoch!

Kokoswasser wirkt bei zahlreichen Erkrankungen.

Da es in der Tat sehr gut verträglich ist und kaum allergenes Potenzial besitzt, kann das natürliche vegane Produkt bei vielen Erkrankungen ideal als Flüssigkeitsspender sowie als Vitamin- und Mineralstofflieferant eingesetzt werden. Zu diesen Erkrankungen zählen beispielsweise Verdauungsstörungen wie Durchfall (viel Flüssigkeit mit Mineralstoffen trinken!), Überhitzungen des Körpers und Fieber.

Deshalb: Daumen hoch!

Kokoswasser entgiftet den Körper.

Dieser Effekt ist ebenfalls auf den hohen Anteil an vielfältigen Mineralien zurückzuführen, da diese die körpereigene Ausleitung von Giftstoffen wie Schwermetallen oder Quecksilber unterstützen.

Deshalb: Daumen hoch!

Unsere Tipps zum Thema Kokoswasser

  • Achtung bei Kokoswasser aus Tetrapacks: diese enthalten manchmal Konservierungsstoffe sowie andere bedenkliche Inhaltsstoffe.
  • Kokoswasser am besten im Naturkostladen oder in Bioqualität kaufen.
  • Wasser von frischen Kokosnüssen bevorzugen. Diese sind absolut frei von schädlichen Inhaltsstoffen und verursachen – im Gegensatz zu Flaschen oder Tetrapacks – nur Abfall für die Biotonne.
  • Zum Mitnehmen das Kokoswasser direkt von der Trinknuss einfach in eine Glasflasche umfüllen. Vorsicht bei Aluflaschen, da diese manchmal den Geschmack des Wassers verfälschen können.
  • Kokoswasser für die vegane Küche verwenden (siehe unten).
  • Lecker für die sommerliche Gartenparty sind auch Cocktails mit Kokoswasser.

Wenn wir Euch überzeugt haben und Ihr von Kokoswasser jetzt genauso begeistert seid wie wir, dann empfehlen wir Euch unseren super-einfach und mega-leckeren veganen Smoothie mit Kokoswasser und Himbeeren. Ach ja: die Himbeeren könnt Ihr natürlich auch durch Euer Lieblings-Obst ersetzen. Dabei aber auf die Gewichtsangabe achten und bei eher trockenen Obstsorten mit wenig Saft etwas mehr Kokoswasser nehmen.

Veganer Kokoswasser-Himbeer-Smoothie

Das braucht Ihr

  • 150 g Himbeeren
  • 1/2 Mango
  • 1 Zitrone
  • 300 ml Kokoswasser, am besten aus der Trinknuss (aus der Flasche geht aber zur Not auch)
  • 200 g Soja-Joghurt
  • 20 g gemahlene Mandeln

So geht’s
Himbeeren waschen. Mango-Fruchtfleisch vom Kern schneiden und würfeln. Zitrone auspressen. Alles zusammen mit dem Kokoswasser, dem Joghurt und den Mandeln im Mixer pürieren. Fertig!

Wir wünschen Euch gutes Gelingen.

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/yasuhiroamano

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Team von vegawatt
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