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vegan leben

Ist veganer Strom gleichzeitig Ökostrom?

Was Ihr über die verschiedenen Arten der Stromerzeugung wissen solltet.

Wir werden immer mal wieder gefragt, ob unser veganer Strom eigentlich auch gleichzeitig Ökostrom ist. Aus diesem Grund möchten wir Euch deshalb einmal die einzelnen Stromarten und deren Erzeugung näher vorstellen. Um Euch den Überblick über die einzelnen Stromarten und ihre Herstellung etwas zu erleichtern, teilen wir diese in drei Kategorien ein: konventioneller Strom, Ökostrom und veganer Strom.

Konventioneller Strom – die Oldschool-Art der Stromerzeugung

Unter dem Begriff „Konventioneller Strom“ wird der Strom zusammengefasst, der in Kohle- oder Atomkraftwerken erzeugt wird. Zu seiner Erzeugung wird entweder Stein- oder Braunkohle bzw. Uran, Thorium oder Plutonium benötigt. Die Technik der Stromgewinnung basiert bei beiden Kraftwerksarten übrigens auf demselben Prinzip.

Im Kohlekraftwerk wird durch das Verfeuern der Kohle Hitze erzeugt, mit der Wasser verdampft wird. Dieser Wasserdampf treibt große Turbinen an, deren Rotationsenergie dann in elektrischen Strom umgewandelt wird. Im Atomkraftwerk hingegen entsteht der für die Turbinen benötigte Wasserdampf durch die Spaltung von Atomkernen. Das große Problem dieser beiden Erzeugungsarten: sie sind alles andere als umweltfreundlich.

Durch die Verbrennung der Kohle entstehen nämlich zahlreiche schädliche Gase, die selbst mit modernsten Filteranlagen noch nicht vollständig aus der Ablauft gefiltert werden können. Besonders bedenklich ist dabei der extrem hohe Ausstoß an Kohlendioxid, das als klimaschädlich gilt und für die globale Erderwärmung verantwortlich ist. Die Nachteile der Atomenergie dürften nach den katastrophalen Störfällen von Fukushima und Tschernobyl hinlänglich bekannt sein. Neben der fehlenden hundertprozentigen Sicherheit der Anlagen, bereitet vor allem die Entsorgung des radioaktiven Abfalls große Probleme. Um uns vor den Strahlen der aussortierten Brennstäbe zu schützen, werden hochsichere Endlager benötig, in denen der Abfall über einen langen, langen Zeitraum gelagert werden kann, da die Halbwertszeit der Isotope extrem lang ist. Aus ökologischer Sicht und mit Blick auf das Tierwohl sind Kohle- und Atomkraft aus den vorgenannten Gründen also keine empfehlenswerten Erzeugungsarten – und schon gar nicht für veganen Strom.

Ökostrom – die grüne Strom-Lösung

Kommen wir zum Thema Ökostrom. Darunter versteht man grünen Strom, der aus regenerativen Energiequellen stammt. Dazu zählen alle Rohstoffe, die quasi unbegrenzt zur Verfügung stehen: also Wind, Sonne, Wasser und Biomasse. Aber schauen wir uns doch die einzelnen Ökostromarten einmal genauer an – denn sie sind zwar umweltfreundlich, können jedoch mitunter auch negative Auswirkungen auf die Tierwelt haben.

Windenergie entsteht durch den Einsatz von Windrädern. Dabei treibt der Wind die großen Rotorblätter der Anlagen an, deren kinetische Energie – ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo – über einen Generator in Strom umgewandelt wird. Da bei dieser Art der Produktion keinerlei schädliche Stoffe anfallen, gilt die Windenergie als eine sehr saubere Energieform. Dennoch: durch das Sterben zahlreicher Vögel aufgrund des Vogelschlags sowie dem zusätzlichen negativen Einfluss bei Offshore-Anlagen auf die Meeresbewohner, ist Windenergie aus veganer Sicht eher bedenklich.

Genau so wie Wind, ist auch Wasser nahezu unbegrenzt als Energieträger verfügbar. Bei der Wasserkraft treibt das fließende Wasser Turbinen an, die dessen Energie in Strom umwandeln. Dafür werden allerdings größere Gefälle benötigt, weswegen die Wasserkraft in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle spielt. Global betrachtet macht diese Form der Stromerzeugung jedoch einen beachtlichen Anteil aus. Ihr veganes Problem: trotz Fischtreppen sterben immer noch zahlreiche Fische und andere Flussbewohner in den teils riesigen Anlagen.

Die dritte Art der Ökostrom-Erzeugung ist der Weg über die Biomasse. Unter Biomasse versteht man alle organischen Abfälle, die sich in Biomassekraftwerken verfeuern lassen. So wie in Kohlekraftwerken entsteht auf diese Art Wasserdampf, mit dem Turbinen zur Stromerzeugung angetrieben werden. Die Abwärme dieser Anlagen wird zudem genutzt, um naheliegende Gebäude zu beheizen. Da auch die Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, gelten Biomassekraftwerke deshalb eigentlich als ökologisch sinnvolle Anlagen. Weil bei der Verbrennung allerdings auch klimaschädliche Emissionen entstehen, ist diese Aussage eher mit Vorsicht zu genießen. Zudem können in den Anlagen auch tierische Abfälle aus der Massentierhaltung verwendet werden, was Biomasse für ökologisch denkende Veganer gänzlich uninteressant macht.

Die Kraft der Sonne – der Königsweg der veganen Energie

Die Sonne hingegen liefert uns völlig kostenlos energiereiche Strahlung, die sich mittels Photovoltaikanlagen sehr gut zur veganen und gleichzeitig umweltfreundlichen Erzeugung von Strom eignet. Darüber hinaus ist Sonnenenergie praktisch unbegrenzt verfügbar, sie macht uns unabhängig von fossilen Brennstoffen, lässt sich sehr gut dezentral einsetzen, ist klimaneutral und unterstützt die Energiewende.

Was aber macht sie nun zu der idealen Art der veganen Stromerzeugung? Ganz einfach: Photovoltaik-Anlagen gefährden in keiner Weise das Leben der heimischen Tierwelt, wenn sie – wie unsere Anlagen – in Europa her- und aufgestellt werden. Darüberhinaus haben Photovoltaik-Anlagen auch keine negativen Einflüsse auf den Lebensraum der Tiere.

Wer sich vegane Energie wünscht, der kommt also an Ökostrom von vegawatt aus Sonnenkraft nicht vorbei. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Photovoltaikanlagen ihren Standort in Europa haben, da hier die Bestimmungen zum Umweltschutz deutlich schärfer sind, als im nichteuropäischen Ausland.

  • Konventioneller Strom: Berücksichtigt bei der Erzeugung weder die Auswirkungen auf die Natur noch auf die Tierwelt.
  • Ökostrom oder grüner Strom: Berücksichtigt bei der Erzeugung zwar die Auswirkungen auf die Natur, jedoch nicht die auf die Tierwelt.
  • Veganer Strom: Berücksichtigt bei seiner Erzeugung die Auswirkungen auf die Natur und auf die Tierwelt.

Spannendes Thema? Dann freut Euch auf unseren nächsten Beitrag zum Thema vegane Energie, in dem wir Euch erklären, warum Ökogas nicht zwingend auch vegan sein muss!

Bis bald,
Euer vegawatt Team!

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