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Gesund und nachhaltig leben muss nicht teuer sein!

Gesund und nachhaltig leben muss nicht teuer sein!

Was gut ist, hat seinen Preis! Ist das tatsächlich so? Können sich wirklich nur Besserverdienende eine vegane Ernährung leisten? Wir zeigen Euch, dass Ihr auch mit kleinem Budget gut pflanzlich einkaufen und essen könnt.

Häufig begegnet uns das Vorurteil, dass eine vegane Ernährung nur möglich ist, wenn man auch das entsprechende Kleingeld für die extra veganen Nahrungsmittel besitzt. Frei nach dem Motto „was gut ist, muss doch teuer sein“. Meistens stehen solche Leute dann genau vor der veganen Ecke im Supermarkt und fühlen sich bestätigt. Denn was sie dort finden, sind die tatsächlich nicht gerade ganz günstigen Ersatzprodukte wie veganer Käse oder veganer Joghurt. Oder noch eher, die völlig überteuerten veganen Fertiggerichte und Superfoods. Man muss kein Pfennigfuchser, Schwabe oder Schotte sein, um sich beim Anblick dieser nicht eben günstigen Spezial-Food-Produkte in seinen Vorurteilen bestätigt zu fühlen, dass vegane Ernährung in erster Linie Luxusernährung sei.

Aber genau um die geht es ja eben gerade nicht. Denn mit der Umstellung auf die vegane Ernährung wollen wir Veganer in der Regel nicht nur zum Wohle der Tiere handeln. Inzwischen geht es den meisten von uns auch um die Umstellung auf eine gesündere Lebensweise. Und dazu braucht es nun wirklich keine Fertiggerichte beziehungsweise Alternativ- und Spezialprodukte. Auch wenn wir zugeben müssen, dass es manchmal ganz schön praktisch sein kann, mal schnell in die Fertigtheke zu greifen. Gerade als veganer Einsteiger fühlt man sich zu Beginn eventuell beim Einkauf noch überfordert. Und auch vielen von uns Berufstätigen bleibt manchmal gar nichts anderes übrig, weil man sonst doch wahnsinnig viel Zeit mit dem Einkauf und der Zubereitung einrechnen muss. Und dafür muss man dann wohl oder übel tiefer in die Tasche greifen.

Auch billig kann uns teuer zu stehen kommen

Andererseits ist es auch völlig in Ordnung einen angemessenen Preis für Lebensmittel auszugeben, sofern man dazu finanziell in der Lage ist. Denn auch „billige“ Lebensmittel haben ihren Preis. Nämlich dann, wenn letztlich die Umwelt oder die Bauern und produzierenden Arbeiter dafür bezahlen müssen. Ihr müsst Euch nur mal den Zusammenhang zwischen billigsten Produkten, z. B. einer Kiwi für 19 Cent beim Discounter und einer industrialisierten auf Masse ausgerichteten landwirtschaftlichen Produktion anschauen. Warum ist die Kiwi so günstig? Weil eben die absolut niedrigsten Löhne gezahlt und Umweltgifte eingesetzt werden. Es geht einzig und allein darum mehr und öfter zu produzieren. Und das letztlich wie gesagt auf Kosten der Umwelt und der ausgebeuteten Arbeiter, die dazu häufig noch Kinder sind. Was schließen wir daraus? Wir finden, dass gesunde und nachhaltig hergestellte Lebensmittel einfach einen Preis haben müssen.

Natürlich ist uns auch klar, dass viele Menschen ein geringeres Einkommen als andere haben. Und wie viele von Euch müssen natürlich auch wir mit unserem Budget haushalten. Daher haben wir einfach mal recherchiert und einiges aus unserem Erfahrungsschatz zusammengetragen, worauf Ihr achten solltet, damit Ihr Euren veganen Speiseplan generell kostengünstiger gestalten könnt. Hier kommen unsere Vorschläge:

Kocht selbst

Wie bei jeder Form der Ernährung esst Ihr möglichst gesund, abwechslungsreich und dabei günstig, wenn Ihr so viel wie möglich Selbst kocht und damit auf teure Fertigprodukte verzichtet. Auch das regelmäßige Essengehen in vegane Restaurants belastet auf Dauer Euer Budget. Denn da es in den meisten veganen Restaurants in der Regel kein Fast Food gibt oder auf Biolebensmittel Wert gelegt wird, bietet sich das tägliche Auswärtsessen als Alternative zum Selbstkochen aus finanziellen Gründen für die meisten von uns sicherlich nicht an. Also unser erster wichtiger Tipp an alle, die vielleicht noch am Anfang stehen: Lernt möglichst schnell kochen. Es gibt so wahnsinnig viele tolle Rezepte (auch bei uns im Blog), die auch ohne große Kochkünste und mit einfachsten Mitteln herzustellen sind. Kurzum: Wer sparen will oder muss, kommt wahrscheinlich nicht daran vorbei, sein tägliches Essen in der Regel selbst zuzubereiten.

Setzt auf Grundnahrungsmittel

Unsere Ernährungsgrundlage basiert auf Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide. Diese Grundnahrungsmittel gehören sowohl beim Discounter als auch in Bioläden zu den günstigen Produkten.
Wenn Ihr also Eure Ernährung auf Gerichten mit Kartoffeln und Getreide als Grundnahrungsmittel aufbaut und diese mit Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten ergänzt, also der Devise „a grain, a green and a bean“ (etwas Getreide, etwas Gemüse und noch ein paar Hülsenfrüchte“) folgt, dann könnt Ihr eine große Anzahl preiswerter und besonders gesunder Mahlzeiten kochen.
Alternativ und wenn es mal schnell gehen soll, könnt Ihr auch tiefgefrorene Gemüsesorten nutzen. Sie enthalten zum Teil genauso viel oder sogar mehr Nährstoffe und Vitamine, kosten nicht die Welt und sind einfach zuzubereiten. Das Gleiche gilt auch für tiefgefrorene Beerenmischungen, die oft günstiger als die frische Variante sind.

Kartoffeln, Vollkorngetreide und Vollkornteigwaren sind lang sättigend und nährstoffreich und ebenfalls recht günstig regional, offen und in großen Mengen zu kaufen. Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen als wichtige Proteinlieferanten lassen sich ebenfalls gut und günstig in großen Mengen bevorraten. Mit Nüssen, Samen und Kernen können Müslis und Salate nährstoffreich aufgepeppt werden. Mischungen sind dabei oft teurer, daher am besten verschiedene Nusssorten einzeln und in größeren Mengen kaufen und dann mischen.

Selber anpflanzen

Eine Fensterbank, ein kleiner Balkon in der Stadt oder ein Garten ermöglichen es Euch Eure eigenen Kräuter, Sprossen oder Tomaten anzupflanzen. Unbelastet von Schadstoffen und günstig im Preis lässt sich die eigene Aufzucht genießen.

Saisonalität und Regionalität

Sowohl Obst und Gemüse, die viele Vitamine und Nährstoffe liefern, solltet Ihr am besten regional und saisonal einkaufen, dann stimmt auch der Preis. Diese Ware muss keine langen Transportwege mitmachen, was sich sowohl auf den Preis als auch auf die Qualität auswirkt. Und als positive Auswirkung unterstützt Ihr die regionalen Läden und Verkäufer und schützt die Umwelt.

Vermeidet Superfoods und Fertiggerichte

Gerade Alternativ- und Spezialprodukte wie z. B. vegane Fleischalternativen, pflanzlicher Käse oder sogenannte Superfoods sind nicht immer günstig. Bei den Superfoods handelt es sich um Lebensmittel, denen ein besonders hoher Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen und damit oft eine heilsame Wirkung zugrunde liegen soll, was jedoch in der Regel nicht bewiesen ist. Hierzu gehören Acai-Beeren, Maca-Pulver, Spirulina oder Chlorella.

Es mag sein, dass diese Produkte einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen oder essenziellen Aminosäuren aufweisen, aber zum einen sind sie viel teurer als heimisches Gemüse und Obst, welches ja bereits viele der positiven Inhaltsstoffe enthält. Außerdem leben wir keineswegs in einem Vitaminmangelland, in dem wir exotische Früchte benötigen, um unsern Bedarf an Nährstoffen abzudecken.
Das heißt, diese Produkte braucht Ihr nicht zwingend, um Euch ausreichend gesund zu ernähren.

Plant Einkäufe und Essen

Wenn Ihr Euch mithilfe eines Wochenplans vorab überlegt, was Ihr zum Beispiel für die kommende Woche essen und kochen möchtet, und daraufhin auch einen entsprechenden Einkaufsplan erstellt, könnt Ihr das Essen abwechslungsreich planen und entsprechend größere und damit verhältnismäßig günstigere Mengen einkaufen. Außerdem können Reste bzw. Grundzutaten durch ein weiteres Gericht komplett aufgebraucht werden, ohne dass Reste entsorgt werden müssen. Auf diese Weise vermeidet Ihr unnötige Spontankäufe, den teuren Kauf von Fertiggerichten oder Mehrfachkäufe, sodass Ihr unnötige Mengen zuhause liegen habt. Eine Essensplanung hilft – und nicht nur Veganern – im Budget zu bleiben. Außerdem spart Ihr Euch natürlich eine Menge Zeit.

Nutzt Rezepte und Kochbücher

Legt Euch ruhig einen Fundus an Rezepten an, wie wir sie zum Beispiel auf unserem Blog veröffentlichen, oder die Ihr auch von Freunden oder aus Kochbüchern erhaltet. Diese könnt Ihr nach Frühstück, Mittagessen, Brotzeit und Desserts einteilen. Das hilft Euch Abwechslung ins Kochen zu bringen, Mengen zu kalkulieren, Eure Planung zu vereinfachen. Und mit der Zeit werdet Ihr Euch auch immer mehr trauen, eigene Kombinationen zusammenzustellen oder Neues auszuprobieren. Ganz klassisch macht Übung hier den Meister.

Kleine Vorräte auch für unterwegs

Deckt Euch für unterwegs am besten mit kleinen Snacks wie Müsliriegeln, Obst, Nüssen, Studentenfutter oder bei längeren Fahrten/Aufenthalten mit Rohkost oder Couscoussalat in der Tupperbox ein.
Denn der Appetit kommt garantiert, wenn man nichts dabei hat. Und jeder von uns weiß, wie schnell man in Versuchung gerät unterwegs ungesunde und teure kleine Mahlzeiten zu kaufen, die einem dann schwer im Magen und im Portemonnaie liegen.

Und wenn Ihr all unsere Tipps berücksichtig habt, könnt Ihr Euch am Ende des Monats zur Belohnung dann auch ein großes gemeinsames Essen mit Euren Freunden und Bekannten in Eurem veganen Lieblingsrestaurant gönnen. Denn denkt daran – Geiz ist schon lange nicht mehr geil. Und letztendlich sollte man auch nicht auf jeden Cent achten. Nehmt Euch lieber ein Beispiel an den Franzosen oder Italienern. Die geben ihr Geld lieber für ein gutes Essen, als wie wir Deutschen für ein PS-starkes Auto oder die neueste Technik aus. Und was denkt Ihr, wer mehr von seinem Leben hat? Der Genießer oder der Sparer? Wir sind gespannt auf Eure Antworten.

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/BraunS

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Team von vegawatt
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