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vegan leben

Fertigprodukte sind lecker. Aber auch gesund?

Zeit ist kostbar. Auch kochen macht nicht jeden Tag Spaß. Was also tun? Sind vegane Fertiggerichte die Lösung?

Eine kleine Selbstverständlichkeit vorweg: Veganer und Veganerinnen sind auch nur Menschen. Auch wir führen ein ganz normales Leben, gehen zur Arbeit, haben Freunde und Familie und wie viele andere auch das eine oder andere Hobby, das mehr oder weniger zeitaufwendig ist. Was wir damit sagen wollen: Auch wir Veganer haben manchmal Stress oder manchmal einfach keine Lust zum Kochen. Auch wir Veganer haben nicht immer die Zeit, uns in die Küche zu stellen und ein aufwendiges, gesundes und ausgewogenes 5-Gänge-Menü zu zaubern, das alle lebensnotwendigen Nährstoffe, Mineralien und Vitamine berücksichtigt.

Kurzum: Auch wir Veganer und Veganerinnen nehmen für uns in Anspruch, ab und an zu Fertiggerichten zu greifen, um auf die Schnelle den größten Hunger zu stillen. Und genau wie alle Fleischesser auch, sollten wir das ohne schlechtes Gewissen tun. Schließlich sind Fertiggerichte auch für den ungeübten Koch schnell gemacht. Ihr müsst nur noch wenige frische Zutaten hinzufügen, vielleicht noch Nudeln, Reis, Kartoffeln oder eine andere Beilage und schon habt Ihr schnell ein leckeres veganes Essen auf dem Tisch stehen.

Da vegane Ernährung im Trend liegt und sich immer mehr Menschen zu einer veganen Lebensweise bekennen, wird auch das Angebot an Fertigprodukten immer breiter. Ob Discounter, Supermarkt oder Bioladen, die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass wir inzwischen eine riesige Auswahl an verarbeiteten veganen Produkten in den Ladentheken finden. Angefangen bei der veganen Pizza, über die Sojamilch bis hin zu Käse- und Wurst-Aufschnitt, Bratlingen und fertigen Tiefkühl-Gerichten, die praktisch nur noch erwärmt werden müssen.

Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema heute etwas näher zu beschäftigen. Die Kernfrage, die wir uns dabei stellen: Wie gesund sind vegane Fertiggerichte wirklich, und was ist beim Kauf besonders zu beachten.

Fertigprodukte – natürlich nicht natürlich

Wir wollen gar nicht lange drum herumdiskutieren: Mit einer ausgewogenen und gesunden Lebensweise haben Fertigprodukte in der Regel eher wenig zu tun. Das gilt im Prinzip für Fertigprodukte auf tierischer Basis genauso wie für vegane Fertigprodukte. Wenn sie den Großteil Eures Speiseplans ausmachen, erhaltet Ihr nicht nur einen Überschuss an Fett und Salz, sondern auch viel zu wenige wichtige Vitamine und Nährstoffe. Das ist erstmal Fakt.

Ob vegane Würstchen, Bouletten und Schnitzel, Lachs aus Soja oder Milchersatz, auf Fertigprodukten findet Ihr oft endlos lange Zutatenlisten. Denn um den gewünschten Geschmack und die richtige Konsistenz zu bekommen, werden den Fertigprodukten zahlreiche künstliche Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Verdickungsmittel und Konservierungsstoffe beigefügt.

Das ist für sich genommen zwar nicht zwingend ungesund, kann aber je nach Empfindlichkeit bei dem ein oder anderen eben durchaus auch Allergien oder andere Krankheiten auslösen. Zudem stimmt eine solche Ernährungsweise nicht unbedingt mit unserer Vorstellung überein, sich besonders naturnah zu ernähren.

Zu viel Salz, zu viel Zucker, zu viel Fett

Aber nicht nur die vielen chemischen Inhaltsstoffe sind zu kritisieren. Auffallend ist zudem der ausgesprochen hohe Fett-, Zucker- und Salzanteil vieler Fertigprodukte. So wurden zum Beispiel in 100 Gramm einer veganen Salami 3,3 Gramm Salz entdeckt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Tagesdosis von 6 Gramm. Das heißt, damit würden wir mit ein bisschen veganer Salami schon über die Hälfte unserer Tagesration zu uns nehmen.

Bei einer vegetarischen Currywurst wurde festgestellt, dass sie 100 Kilokalorien mehr enthielt als ihr fleischbasiertes Pendant. Für Veganer und Veganerinnen ist das kein Problem – in der Regel haben wir schließlich eher Probleme mit zu wenig als zu vielen Kalorien. Ärgerlich ist das eher für die Nichtveganer, die glauben, sie würden sich mit der veganen Currywurst mal eine gesunde Alternative auf den Teller legen.

Zudem werden in Fertigprodukten nicht immer die besten Zutaten verwendet. So hat man in diversen veganen Wurstersatz-Produkten statt gesundem Rapsöl auch billiges Palmfett gefunden, das wegen der darin enthaltenen gesättigten Fettsäuren zu den gesundheitlich bedenklichen Fetten zählt.

Was schließen wir daraus: Theoretisch können wir uns als Veganer genauso ungesund ernähren wie Mischköstler. Tatsächlich soll es auch einige Junk-Food-Veganer geben, die sich primär mit Seitanwürstchen, Chips, Weißbrot, Sojapudding, süßen Softdrinks, veganen Torten, Eiscreme oder Bonbons vollstopfen. Das ist dann zwar alles vegan, aber eben auch alles andere als gesund. Wir haben bislang allerdings noch keinen kennengelernt, der sich ausschließlich auf diese Art der veganen Ernährung eingelassen hat.

Fertigprodukte sind nicht grundsätzlich ungesund

Denn es gibt genauso auch Fertiggerichte, die Ihr mit gutem Gewissen essen könnt. Insbesondere im Bio-Bereich findet Ihr durchaus auch vegane Tiefkühlgerichte mit einem geringen Fett- und Salzgehalt und gleichzeitig viel qualitativ hochwertigem, vitaminreichen Gemüse, gut gewürzt und ohne künstliche Zusatzstoffe.

Auch ist zu bedenken, dass gerade tiefgekühltes Gemüse oft sogar vitaminreicher als das Gemüse von der Gemüsetheke ist, erst recht, wenn es schon seit mehreren Tagen im Regal liegt.

Unser Tipp deshalb: Auch bei Fertiggerichten immer auf die Inhalte achten. Die Guten kommen in den Einkaufskorb, die anderen sind mit Vorsicht zu genießen. Gerade bei veganen Ersatzprodukten wie veganer Wurst, veganen Schnitzeln oder veganem Käse lohnt sich der Blick auf den Beipackzettel. Oft ist hier wie gesagt nicht nur eine übermäßige Menge an Salz, Zucker und Fett enthalten, sondern auch zahlreiche Farb- und Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel und Aromen, die als Geschmacksverstärker dienen. Kurzum: Finger weg von all zu viel E1422, E200, E160a oder E331.

Die Alternative zu Fertiggerichten – Selbst kochen

Ist die Zeit knapp, der Appetit zu groß oder der Besuch im veganen Restaurant einfach zu teuer, sind Fertiggerichte auch für Veganer trotzdem immer eine Alternative. Unserer Meinung nach sind sie aber selbstverständlich kein Ersatz für eine gesunde Vollwerternährung. Insbesondere Fertiggerichte mit Fleischersatz oder Wurstimitate sollten eher die Ausnahme als die Regel einer veganen Lebensweise sein. Schließlich handelt es sich dabei immer um industriell verarbeitete Produkte – bei der veganen Ernährung sollten dagegen primär natürliche Lebensmittel verwendet werden. Hierzu gehören zum Beispiel viel frisches Obst und Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte.

Und auch wenn die Zeit knapp sein sollte, wäre unsere Empfehlung, so oft wie möglich selbst zu kochen. Denn wer sich seine veganen Gerichte selbst frisch zubereitet, isst in der Regel ballaststoffreich, frisch, vielfältig, salz- und fettarm, also auch meist gesünder. Schließlich verzichten wir beim Selberkochen auf alles, was nicht ins Essen gehört. Oder wer mixt sich schon freiwillig Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe oder Stabilisatoren ins Mittagessen?

Leckere Rezepte zum Selberkochen findet Ihr in unserem Blog jede Menge. Und denkt daran: Zeit ist zwar kostbar. Aber womöglich kostet uns die Zeit, die wir beim Kochen sparen, am Ende eher wichtige Lebenszeit.

Also nehmt Euch die Zeit, kocht ordentlich und bleibt gesund!

In veggies we trust!

Foto: iStock.de/monkeybusinessimages

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