Menü

vegan leben

Die Smoothie-Lüge: Sind vegane Smoothies etwa ungesund?

Die Smoothie-Lüge: Sind vegane Smoothies etwa ungesund?

Smoothies gehören auf den veganen Speiseplan. Das ist Fakt. Aber sind vegane Smoothies auch gesund? Hier gehen die Meinungen inzwischen auseinander. Wir versuchen für Euch die Pros und Cons zusammenzutragen und ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

In den letzten Jahren ist ein richtiger Hype um die Smoothies entstanden. Gerade auch für uns Veganer haben sich hier unglaublich tolle Möglichkeiten geboten, unseren täglichen Speiseplan aufzupeppen. Denn vegane Smoothies sind nicht nur extrem lecker, erfrischend und – weil das Auge mitisst – auch schön anzuschauen. Sie galten bislang auch als extrem gesund. Das perfekte Nahrungsergänzungsmittel für Veganer, dem die vielfältigsten Eigenschaften zugeschrieben wurden.

Smoothie – ein echter Alleskönner

Was haben wir nicht alles über Smoothies gelesen, gehört oder erzählt bekommen? So versorgen sie uns nicht nur mit wichtigen Nährstoffen wie z. B. Antioxidantien und Phytonnährstoffen. Sie sind auch voller Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien und natürlich fettarm. Der perfekte Begleiter für jede Diät, eine Vitalitätsbombe für Körper und Geist. Entsprechend lang ist die Liste an Versprechen, die gerade uns Veganern mit dem Genuss der leckeren Alleskönner auf den Weg gegeben wurde. Der tägliche Schluck aus der Pulle würde nicht nur die Verdauung in Schwung bringen, auch ein besseres Immunsystem, schönere Haut und gesündere Nägel wurden uns von Ernährungsexperten versprochen. Und da sie dabei helfen, den täglichen Bedarf an Obst und Gemüse zu stillen, würden Smoothies sogar helfen, schweren Krankheiten wie z. B. Krebs vorzubeugen.

Nur ein bis zwei Gläser Smoothie jeden Tag – verspricht die Werbung – und wir würden uns wohler und energiegeladener fühlen. Ob gute und klare Augen, kräftigere Knochen oder eine schöne leuchtende Haut – so ein veganer Smoothie ist ein wahrer Zaubertrank, an dem Miraculix seine Freude gehabt hätte. (Ob wir mit Smoothies auch die Römer besiegt hätten, steht auf einem anderen Blatt.)

Smoothie-Skeptiker auf dem Vormarsch

Kein Wunder, dass nach so viel Vorschusslorbeeren und Lobeshymnen irgendwann auch die Kritiker auf den Plan kommen würden. Ob in der Presse, im Fernsehen oder in den sozialen Medien – immer wieder tauchen inzwischen Berichte auf, die nun umgekehrt die gesunde Wirkung der veganen Smoothies infrage stellen. Manche gehen sogar so weit und versuchen Smoothies als gesundheitsschädlich an den Pranger zu stellen.

Erzeugen Smoothies Nierensteine?

So wird z. B. behauptet, dass grüne Smoothies, die vor allem aus Wasser, Früchten und grünem Blattgemüse bestehen, Oxalsäure enthalten und daher zu Nierensteinen führen oder goitrogene Substanzen enthalten, die der Schilddrüse schaden.

Tatsächlich ist es so, dass in einigen Gemüseblättern, zum Beispiel in Spinatblättern oder Blättern der Roten Bete, Oxalsäure enthalten ist. Auch entspricht es allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass es Nierensteine gibt, die aus Calciumoxalat, einem Salz der Oxalsäure, bestehen. Die Frage ist nur, wo besteht der Zusammenhang zu den veganen Smoothies? Beziehungsweise könnte es nicht auch ganz andere Ursachen für die Nierensteine geben?

Die These der Smoothie-Befürworter: Menschen, die an Nierensteinen leiden, haben dies nicht durch übermäßigen Spinatkonsum bekommen. Wahrscheinlicher ist, dass sie einfach zu wenig getrunken, zu viel Kochsalz gegessen und zu wenig Magnesium und Kalium bekommen haben. Was wiederum bedeuten würde, dass sich ein veganer Smoothie auf ihre Gesundheit sogar positiv auswirken würde. Außer man übertreibt es und trinkt nichts anderes mehr als jeden Tag nur Spinatsmoothies.

Smoothies und die goitrogenen Substanzen

Ähnlich verhält es sich mit dem Vorwurf, grüne Smoothies enthalten goitrogene Substanzen, die einen Jodmangel herbeiführen und dadurch zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Tatsache ist: Goitrogene befinden sich insbesondere in Zwiebeln, Pearl-Hirse, Cassava (Maniok), in den roten Häutchen der Erdnüsse, in Sojabohnen und in Walnüssen. Doch schädlich würden sie sich nur dann auswirken, wenn man sich ausschließlich davon ernähren würde. Abgesehen davon, dass im veganen Smoothie in der Regel nur wenige dieser Lebensmittel enthalten sind, gilt hier, wie für alles in der Ernährung: Gefährlich ist es nur, wenn man sich einseitig ernährt. Das mag für Menschen in armen Ländern gelten, aber nicht bei uns.

Ob es sich nun bei all diesen Thesen um Verschwörungstheorien, geschickte Lobbyarbeit, Fake News oder einfach Spaß am Nörgeln handelt – wir halten diese Form der Schwarzmalerei für stark übertrieben.

Smoothie ist nicht gleich Smoothie

Denn so viel jetzt schon mal vorweg: Vegane Smoothies sind sicherlich nicht ungesund, aber sie sind eben auch nicht das allumfassende Allheilmittel schlechthin. Und sie sind natürlich auch kein vollkommener Ersatz für Obst oder Gemüse. Wer die Möglichkeit hat, sollte immer den frischen Apfel oder die Karotte vorziehen. Die Wahrheit liegt, denken wir, wie so oft in der Mitte. Denn Smoothie ist nicht gleich Smoothie. Zumal der Begriff nicht wirklich geschützt ist und deshalb so einiges auf dem Markt ist, was unserem Verständnis eines veganen Smoothies ganz und gar nicht entspricht.

Was ist ein Smoothie?

Grundsätzlich darf sich nämlich ein Getränk als Smoothie bezeichnen, wenn eine Flüssigkeit – ganz gleich ob Wasser, Saft, Milch oder ein Mix davon mit Früchten oder Gemüsen zusammen in einem Mixer zu einem Püree verarbeitet worden ist. Dass so eine relativ offene Definition nicht generell zu einem supergesunden Ergebnis führen muss, ist eigentlich klar. Schon gar nicht, wenn man sich ausschließlich Smoothies aus dem Supermarkt besorgt. Denn die sind tatsächlich nicht immer so gesund, wie wir immer dachten.

Die Hauptkritikpunkte gegen vorgefertigte Smoothies:

1. Vorproduzierte Smoothies aus dem Supermarkt sind oftmals mit Fruchtsäften gemischt und enthalten deshalb viel zu viel Zucker. So wurden Smoothies entdeckt, die einen höheren Zuckergehalt als Cola hatten. Und Zucker ist nun mal alles andere als gesund für den Körper.

2. Fertig gekaufte Smoothies sind zudem in der Regel pasteurisiert, d. h. sehr hoch erhitzt worden. Dadurch sind schon bereits viele der wichtigen Vitamine und wertvollen Ballast- und Mineralstoffe sowie sekundären Pflanzenstoffe bei der Zubereitung zerstört und damit verloren gegangen.

3. Bei einem gekauften Smoothie kann man nie ganz sicher sein, was sonst noch drin ist. So ist es gut möglich, dass hier neben raffiniertem Zucker auch Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel beigemischt werden. Das Lesen des Lebensmitteletiketts hilft dabei nur bedingt weiter, da z. B. eine sehr geringe Menge an Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln nicht unbedingt angegeben werden muss.

4. Und zu guter Letzt weiß man auch nie, ob hier wirklich die besten Zutaten, also hochwertige und frische Lebensmittel verwendet wurden.

Unser Tipp für den gesunden veganen Smoothie: Selbermachen

Deshalb unser Tipp: wenn schon veganer Smoothie, dann auf jeden Fall ein selbst gemachter. Erstens weiß man genau, was drin ist. Zweitens kann man ihn sich ganz und gar nach eigenem Geschmack aus den persönlichen Lieblingsfrüchten oder Gemüsesorten zusammenmixen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Einige Rezepte, von denen Ihr Euch inspirieren lassen könnt, haben wir bereits in einem anderen Blog-Beitrag für Euch zusammengestellt: Lieblingslecker, Teil 3: Smoothie statt Mahlzeit. Und vor allem kann man den selbst gemachten veganen Smoothie ganz frisch genießen. Denn auch das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Fertig-Smoothies: Superfrisch schmeckt nicht nur besser, sondern ist natürlich auch reicher an wichtigen Nährstoffen und frei von künstlichen Zusatzstoffen.

Worauf Ihr beim Selbermachen achten solltet

Deshalb zum Abschluss noch ein paar Tipps für einen selbst gemachten und dadurch wirklich gesunden Smoothie:

Nehmt nur frisches, ungespritztes Obst und Gemüse
Wir achten darauf, dass es Bio oder regional ist. Das Gleiche gilt für unsere „Beilagen“ – seien es Haferflocken, Nüsse oder Fette, die wir beigeben, denn dadurch gehen wir sicher, dass besonders viele gesunde Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralien etc. enthalten sind.

Obst und Gemüse gründlich waschen nicht vergessen
So geht Ihr sicher, dass nicht doch irgendwelche Reste an Pestiziden oder anderen Rückständen im veganen Smoothie landen.

Je weniger Zucker umso besser
Auch wenn Ihr es süß mögt, probiert lieber auf natürliche Art zu süßen, z. B. mit Banane oder Mango oder auch Trockenfrüchten, wie Datteln oder Aprikosen. Zur Not tut es auch ein Schuss Ahornsirup. Denn Tatsache ist, dass Diabetes eine der am schnellsten zunehmenden Erkrankungen in Deutschland ist. Deshalb generell auch lieber Wasser als Basis nehmen und auf keinen Fall gezuckerte Säfte.

Grün ist gesund
Grundsätzlich solltet Ihr deshalb auch immer eine gewisse Menge an Gemüse, Salat und Kohlenhydraten mit in den Smoothie packen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe halten länger satt und reduzieren Blutzuckerschwankungen.

Kauen statt trinken
Gerade der Aspekt, dass vegane Smoothies eigentlich nicht sättigend wirken, wird ihnen immer vorgeworfen – weil man sie trinkt und nicht kaut. Um hier die richtigen Signale ans Hirn zu senden, wird von Experten empfohlen, Smoothies zu kauen. Das Einspeicheln unterstützt den Körper bei der Verdauung und verhindert, dass man durch Smoothies zu viel Fett ansetzt.

Der Mixer macht’s – immer gut pürieren
Und unser letzter Tipp: Kauft Euch einen richtig guten Mixer, am besten einen Hochleistungsmixer. Erstens geht’s einfacher, zweites schneller und drittens ist es besser, wenn Euer veganer Smoothie richtig gut und lange püriert worden ist. Dadurch lässt sich Euer Smoothie leichter verspeisen und erleichtert die Verdauung.

Hat Euch das überzeugt, oder seid Ihr der Meinung, dass vegane Smoothies per se ungesund oder gesund sind? Jetzt habt Ihr die Gelegenheit, in eine spannende Diskussion einzusteigen. Traut Euch!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/Eivaisla, iStock.com/BerndSchwabedissen

vegan-leben-Übersicht



Unser Tarifrechner wird derzeit aktualisiert.

Bei individuelle Anfragen können Sie uns gerne ansprechen.

Team von vegawatt
vegawatt@twl.de