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Darf man zu veganem Grillen eigentlich Barbecue sagen?

Darf man zu veganem Grillen eigentlich Barbecue sagen?

Vegan genießen vom Grill gehört mit zu unseren Lieblingsbeschäftigungen im Frühling und Sommer. Wir haben deshalb für vegane Grilleinsteiger ein paar wichtige Informationen zusammengestellt!

Wenn es draußen warm ist, gibt es für uns nichts Schöneres, als den Grill anzuwerfen und die Küche in den Garten zu verlegen. Veganes Barbecue ist dann angesagt. Wobei wir neulich von einem Bekannten darüber aufgeklärt wurden, dass diese Wortkombination absolut gar keinen Sinn ergibt. Nach seiner Definition handelt es sich bei Barbecue nämlich nicht, wie viele meinen, um einen Event rund ums Grillen, sondern eigentlich um eine Methode, mit der sich große Fleischstücke langsam bei mäßiger Temperatur in der heißen Abluft eines Holzfeuers garen lassen. Üblicherweise geschieht dies in einer Erdgrube oder einem speziellen Smoker. Wenn man sich in den Südstaaten also zu einem Barbecue trifft, dann spielt das Thema Fleisch dabei immer die Hauptrolle. Soviel zur Theorie unseres Bekannten.

Barbecue forever

Wir sagen trotzdem weiterhin veganes Barbecue. Erstens, weil wir das Wort toll finden und es so schön nach Nichtstun bei sonnigem Wetter klingt – und zweitens, weil sich bei einem Barbecue ja auch immer viele Leute um einen Tisch versammeln, man gemeinsam Leckeres zubereitet und eine Menge Spaß dabei hat. Da ist es doch völlig egal, ob man das nun mit oder ohne Fleisch macht, oder? Wichtig ist uns beim Draußenkochen aber nicht nur, dass es schmeckt, alle sattwerden du wir viel reden und lachen – unserer Meinung nach sollte auch die Ökobilanz beim BBQ stimmen. Wir haben uns deshalb gefragt: wie ökologisch ist Grillen eigentlich?

Grillen und die Ökobilanz

Antworten auf diese Frage haben wir auf den Seiten des Umweltbundesamtes gefunden. Wie wir finden eine recht zuverlässige Quelle, bei der wir auf ein sehr interessantes Studienergebnis des TÜV Rheinland gestoßen sind. In einer Ökobilanz-Studie wurde herausgefunden, dass die Art des Grills, also ob Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill, für die Umwelt viel weniger wichtig ist, wie die Auswahl dessen, was man grillt. So sollen nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen rein durch das Grillgut verursacht werden. Und jetzt ratet mal, welches Grillgut die Umwelt am meisten belastet. Richtig: alle tierischen Produkte wie Fleisch, Wurst und Käse, da deren Produktion die Umwelt weit mehr belastet, als der Anbau von Gemüse.

Damit sind wir Veganer schon mal auf der sicheren Seite, was das Thema Essen angeht. Aber auch wenn es um den Grill geht, kann man in puncto Gesundheit und Umwelt viel falsch machen. Deshalb hier mal ein paar Tipps für vegane Grilleinsteiger (und natürlich für Grillprofis, die offen für neue Erkenntnisse sind)!

Tipps rund ums Grillen

  • Nur im Freien Grillen, da in Innenräumen die Brandgase CO und CO2 zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen können.
  • Nur Grillkohle aus nachhaltigem Anbau mit FSC-Siegel verwenden. FSC zertifizierte Kohle und Briketts gibt’s in fast allen Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen.
  • Nur Anzünder ohne Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoff verwenden – lässt sich ganz einfach am DIN EN 1860-2 Prüfzeichen erkennen. Deutlich besser noch sind Öko-Grillanzünder aus nachhaltigen Rohstoffen, die vollständig biologisch abbaubar sind, beispielweise Holzwolle plus Wachs.
  • Auf eine gute Luftzufuhr achten – dadurch raucht der Grill weniger (Thema Feinstaub!)
  • Da bei Kohlegrills die Belastung mit PAKs (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), Feinstaub, CO und CO2 höher ist als bei Gas- oder Elektrogrills, besser die beiden letzteren verwenden.
  • Angebranntes Schwarzes kann krebserregende Stoffe enthalte – entweder großzügig wegschneiden oder lieber gleich ganz wegwerfen.
  • Keine Aluschalen verwenden, da im Zusammenspiel mit Säure, Salz und Hitze das Aluminium gelöst werden kann und auf das Grillgut übergeht. Unser Tipp: wiederverwendbare Grillschalen (die sind auch besser für die Umwelt).
  • Rücksicht auf die Nachbarn nehmen – oder besser direkt mit einladen.

Veganes BBQ wie wir es mögen

So gerüstet kann es eigentlich losgehen mit dem veganen Grillen. Doch was grillt man als Veganer denn so? Wurstersatzprodukte aus dem Supermarkt? Es soll ja Leute geben, die so etwas mögen. Bei uns kommt das aber eher nicht auf den Rost. Eigentlich haben wir für unser Grillvergnügen eine ganz einfache Regel: alles was uns schmeckt kann auch auf den Grill.

Ob nun Gemüsespieße in verschiedenen Varianten, frisches Gemüse wie Paprika, Süßkartoffeln oder Fenchel oder veganer Mozzarella: bei unseren veganen Barbecues ist alles erlaubt, was gefällt (okay, selbstverständlich auch hin und wieder mal ein Tofu-Würstchen mit Senf, dann aber in Bio-Qualität ohne Zusatzstoffe und von kleinen Herstellern). Übrigens: Gemüse grillen ist viel gesünder, als BBQs mit Fleisch. Das sagt auch die WHO, die den Konsum von verarbeiteten Fleischwaren und rotem Fleisch als krebserregend einstuft. Deshalb: auf die Plätze, Gemüse, fertig, los!

Vor das vegane Barbecue Vergnügen hat der liebe Gott leider die Arbeit gesetzt. Will heißen: die richtige Vorbereitung ist alles. Was man unbedingt braucht ist ein vernünftiger Grill. Wie groß oder klein der sein muss, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Wir bevorzugen Gasgrills. Die haben nämlich den Vorteil, dass sie ratzfatz heiß sind und sich auch spontan ganz einfach für Gästenachzügler wieder anheizen lassen. Außerdem machen sie weniger Dreck und sind noch einen Tick umweltfreundlicher, als Kohlegrills. Elektrogrills mögen wir gar nicht. Die brauchen leider ewig, bis sie heiß sind – ganz schlecht bei großem Hunger. Das Grillen selbst ist eigentlich recht einfach. Achtet einfach darauf, dass Ihr Euer Grillgut nicht verkokelt, sondern es stattdessen schön knusprig und goldbraun röstet – dann ist es perfekt!

Veganes Grillgut – unsere Top 5

1. Gemüsespieße in den unterschiedlichsten Varianten
2. Seitan & Tofu
3. Grüner Spargel mediterran
4. Polentaschnitten
5. Frisches Obst

Gemüsespieße

Gemüsespieße kann man mit den verschiedensten Gemüsesorten machen, eben jeder wie er es am liebsten mag. Super an den Spießen ist auch, dass sie praktisch mit nahezu jeder Art von Kräutern oder Gewürzen in immer wieder neuen Styles gezaubert werden können: orientalisch, asiatisch (dann auch prima mit Tofu zwischen den einzelnen Gemüsen), mediterran – wir lieben sie alle.

Seitan & Tofu

Seitan und Tofu landen bei uns gerne als Solokünstler auf dem Grill. Immer aber in Verbindung mit einer leckeren veganen Marinade. Gerne ganz pur mit etwas Paprika, Öl und ein paar frischen Kräutern – oder aber etwas aufwändiger mit rauchigem BBQ-Aromen. Die Marinaden machen wir eigentlich meistens selbst. In Fertigsaucen finden wir doch immer wieder E-Nummern, die unserer Meinung nach in Nahrungsmittel nichts verloren haben. Wer Tofu marinieren will, muss übrigens vorher das in ihm enthaltene Wasser herauspressen. Das geht am besten mit einem Küchenhandtuch oder Küchenkrepp: Tofu darin einschlagen, mit einem dicken Kochbuch beschweren und etwa 30 Minuten auspressen. Danach saugt er jede Marinade wie ein Schwamm auf. Superlecker!

Grüner Spargel

Grüner Spargel ist eines der einfachsten, aber auch eines der leckersten Grillgerichte. Einfach den Spargel waschen und im unteren Teil schälen. Dann mit Öl (wir nehmen gerne frisches, grünes Olivenöl von unserer Lieblings-Ölmühle aus Moneglia in Italien) benetzen und bei mittlerer Hitze ab auf den Grill. Wenn der Spargel schön gebräunt ist, auf einen Teller legen und mit Salz würzen. Fertig!

Polentaschnitten

Polentaschnitten passen super zu dem grünen Spargel. Zusammen mit veganem Mozzarella zaubert Ihr Euch so einen schnellen italienisch veganen Grillteller auf den Tisch. Dazu einfach die Polenta nach Packungsanweisung zubereiten und noch heiß auf ein mit Backpapier belegtes Holzbrett streichen. Auskühlen lassen und in Schnitten schneiden. Mit etwas Olivenöl benetzen und auf dem Grill bräunen. Mamamia – so schmeckt la vegan vita!

Frisches Obst

Ganz egal ob Ananasscheiben, Birnen, Erdbeeren, Trauben, Aprikosen oder ganze Bananen: Früchte vom Grill sind der Knaller. Deshalb gibt’s süße Grillfrüchte bei uns eigentlich jedes Mal ganz zum Schluss als Krönung eines leckeren Essens. Mal mit veganem Eis, mal gefüllt mit einer Creme aus Margarine, Ahornsirup und warmen Gewürzen, mal mit veganer Schokolade – oder einfach pur!

Vegane Grill-Beilagen

Wir mögen es am liebsten schlicht und gut. Auch bei den Beilagen. Ein Olivenölbrot (im Grill gebacken), ein grüner Salat mit fruchtigem Dressing, ein CousCous mit viel Petersilie und nordafrikanischen Gewürzen, frische vegane Dips mit Kräutern aus dem Garten oder selbst gemachtes Tomaten-Ketchup und andere leckere Soßen – mehr braucht es nicht, um aus einer Grillparty mit Freunden ein veganes Barbecue zu machen, das lange in Erinnerung bleibt.

So, jetzt wisst Ihr, was wir auf dem Grill und auf dem Gartentisch so alles mögen. Natürlich gehören immer auch die passenden Getränke dazu. Unser Tipp: veganer Wein. Bevor Ihr jetzt aber danach googelt, haben wir noch einen weiteren Tipp für Euch. Die wenigsten Winzer deklarieren ihre Weine nämlich als vegane Weine, weil das die nicht-veganen Weinliebhaber abschrecken könnte. Wir haben gute Erfahrungen gemacht, die Winzer, die wir uns ausgucken, einfach zu fragen, ob im Wein tierische Zusatzstoffe enthalten sind. Eine besonders hohe Trefferquote erzielt man übrigens bei Demeter-Winzern, da hier auch alle dem Wein zugesetzten Stoffe die hohen biologischen Demeter-Anforderungen erfüllen müssen und das mit tierischen Produkten kaum zu realisieren ist. Deshalb: einfach fragen – und dann probieren!

Und für alle, die jetzt gleich richtig vegan am Grill durchstarten wollen: hier findet Ihr viele einfache und raffinierte vegane Grillrezepte. Wir wünschen Euch viel Spaß beom brutzeln und gutes Gelingen für Euer erstes veganes Barbecue!

In veggies we trust!

Foto: iStock.com/kabVisio

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